Zurich Insurance bietet wieder Chancen
Die Berichtssaison in der Schweiz nimmt Fahrt auf. Bisher überzeugen die Zahlenkränze. Die negativen Währungseffekte durch den starken Schweizer Franken sind zwar nach wie vor spürbar, aber insgesamt scheint dessen Einfluss zu sinken. Die eingeleiteten Massnahmen wirken bereits; entsprechend sollten sich die negativen Währungseffekte im weiteren Verlauf des Jahres weiter abschwächen. Darüber hinaus spielt die anziehende Konjunktur der – exportorientierten – Schweizer Wirtschaft in die Hände.
Nach den Unsicherheiten im zweiten Quartal (Griechenland) sind wir für die zweite Jahreshälfte insgesamt wieder wesentlich optimistischer eingestellt. Angesichts des sich aufhellenden Konjunkturumfelds in Europa und der stabilen Entwicklung in den USA dürften die Schweizer Unternehmen wieder ein höheres Wachstumstempo einschlagen. Dies sollte die negativen Währungseffekte mehr als kompensieren. Wir rechnen auf Jahressicht mit einem Gewinnanstieg von im Schnitt 1% bis 2% – bisher waren wir bestenfalls von stagnierenden Gewinnausweisen ausgegangen. Hinzu kommt, dass das Thema Griechenland durch den gefundenen Kompromiss in den kommenden Wochen an Brisanz verliert und somit als Belastungsfaktor für die Börsen an Bedeutung verliert. Zusätzlich dürfte der wieder tiefere Ölpreis (Iran-Abkommen, siehe Seite 8) die Konjunkturentwicklung weltweit stützen. Insgesamt justieren wir nur wenige kleine Stellschrauben in unseren Schweizer Musterdepots. Wir bevorzugen weiter grosskapitalisierte Unternehmen, die stark auf die internationale Bühne ausgerichtet sind. Die drei grossen Schweizer Banktitel (UBS, Julius Bär und CS Group) stehen bei uns weiter oben auf der Anlageagenda. Mit UBS und Julius Bär haben wir bereits zwei dieser drei Titel in unserem Musterdepot. Darüber hinaus sehen wir Schweizer Unternehmen mit einem hohen Exportanteil dank der anziehenden Konjunktur wieder im Aufwind (Geberit, LafrageHolcim, Implenia, DKSH und Richemont). Darüber hinaus gehören die Schweizer Aktien-Klassiker (Novartis, Roche, Nestlé) zu unseren Top Picks. Neu sehen wir bei Versicherern durchaus Kurschancen. Zwar bleibt das geschäftliche Umfeld sehr herausfordern; allerdings ist dies mittlerweile übermässig stark in den Aktienkursen eingepreist. Entsprechend könnten die Aktien von Zürich Insurance in der zweiten Jahreshälfte für eine positive Überraschung sorgen. Bei Transocean ändern wir hingegen unsere Sicht. Der Iran-Deal dürfte die gesamte Branche belasten. Zudem dürfte der Ölpreis nicht mehr in das von uns projizierte Zielband von USD 65 bis USD 70 pro Fass erreichen. Entsprechend bleibt das Umfeld für den Ölkonzern trübe.
Konklusion:
Wir halten an unserer Übergewichtung von Schweizer Aktien fest. Sofern die Zahlenkränze nicht enttäuschen, dürfte der SMI in der zweiten Jahreshälfte die 10‘000-Punkte-Marke ins Visier nehmen.
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