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Wer übernimmt Verantwortung?

Wer übernimmt Verantwortung?
Der Steuerstreit mit den USA ist aus Sicht der CS-Verantwortlichen nun endlich beigelegt. Eine Busse von USD 2.6 Milliarden, das Schuldeingeständnis der CS Group amerikanischen Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben, dafür behält das zweitgrösste Schweizer Finanzinstitut ihre Banklizenz in den USA und personelle Konsequenzen werden nicht erzwungen. „Wir können uns nun voll und ganz auf die Gestaltung der Zukunft sowie die weitere Umsetzung unserer Strategie konzentrieren“, so Konzernchef Brady Dougan. Done Deal! Dass das Ergebnis für das zweite Quartal desaströs ausfallen wird, ist jetzt schon Gewissheit. Das Geschäft wird weitergehen – fast so, als ob nicht gewesen wäre. Lloyd Blankenfein, Chef von Goldman Sachs, hatte vor wenigen Tagen gegenüber Bloomberg zwar vor den möglichen Folgen eines Schuldeingeständnisses gewarnt. Liess zugleich aber durchblicken, dass er im Fall der Fälle weiter mit der CS zusammenarbeiten wolle. Schliesslich pickt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Natürlich laufen im Hintergrund Gesprächen mit wichtigen Kunden wie Pensionskassen und Hedgefunds; natürlich werden einige Kunden die CS kritisieren und mit dem Abzug ihrer Gelder drohen, denn man will nicht mit einer „kriminellen Organisation“ in einem Boot sitzen. Vor allem im Geschäft mit Ultra High Networths Individuals muss die CS mit Rückschlägen rechnen. Ein solcher Reputationsschaden ist nie gut fürs Business. Aber die CS wird es verkraften und der Aktienkurs wird sich erholen! Allerdings rechnen wir damit, dass die Schweizer Grossbank einige Massnahmen ergreifen muss, um ihre Ziele bezüglich der Kapitalstärke des Unternehmens zu erreichen. Entsprechend wird die Bank ihre risikogewichteten Assets schneller reduzieren müssen als geplant und auch den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Assets und den Verkauf von Immobilien ins Auge fassen, um den für Ende 2014 angestrebten Kapitalpuffer von 10% zu erreichen. Auch die Dividende für das Geschäftsjahr 2014 wird aller Wahrscheinlichkeit geringer ausfallen als erwartet. Dass der Steuerstreit jedoch keine personellen Konsequenzen auf höchster Ebene hat, stösst übel auf. Weder CEO Brady Dougan noch VR-Präsident Urs Rohner übernehmen Verantwortung für den Schiffbruch in den USA. Dabei hatten sie es 2008 – nach dem Steuerdebakel der UBS – in der Hand, reinen Tisch zu machen. Doch es wurde nur fröhlich weiter gewurstelt. Von Aufräumen keine Spur. Die Aussagen von US-Staatsanwalt Eric Holder und seines Stellvertreters sind für den Geist der CS-Führung bezeichnend. Die Bank sei unkooperativ gewesen und habe ein dreistes Verhalten an den Tag gelegt. So wurden z.B für die Untersuchung wichtige Dokumente durch die CS vernichtet. Es ist nun an den Grossaktionären den Druck auf Dougan zu erhöhen. Denn ob er der Richtige ist, um die CS in die Zukunft zu führen ist mehr als je fraglich.

Konklusion:
9 Mitarbeiter aus dem US-Geschäft muss die CS ans Messer liefern. Doch die eigentlich Verantwortlichen kommen ungeschoren davon. Für uns ist Dougan der falsche Mann, um die CS auf Kurs zu bringen.

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