+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Von der Markterwartung zum „massgeschneiderten“ Zertifikat

 

Wie Anleger in der Praxis vorgehen sollten
Wer erfolgreich mit Strukturierten Produkten investieren will, muss einige wesentliche Punkte beachten. Neben dem Emittentenrisiko ist die Bildung einer eigenen Markterwartung essentiell für den Anlageerfolg. Die Grundsätze der Bildung einer Markterwartung haben wir bereits in Ausgabe 31 vom 29. August dieses Jahres erörtert. Zusammengefasst müssen fundamentale und technische Einflüsse derart gebündelt werden, dass sich eine klare, nachvollziehbare Aussage zur künftigen Entwicklung der Kurse ergibt.

Diese theoretischen Überlegungen werden wir in dieser Ausgabe anhand der neu in unser Musterdepot der Strukturierten Produkte aufgenommen Position „Tracker-Zertifikat – Brent Crude Oil Future“ auf die Praxis umlegen.

Schritt für Schritt zum Anlageerfolg
Zuerst muss die fundamentale und technische Analyse des zugrunde liegenden Basiswertes eine Investitionsgelegenheit anzeigen. Im „the investor“ wurde letztmals in Ausgabe 42 vom 14. November 2008 auf die „Gefährliche Entwicklung des Ölpreises“ (Seite 20) hingewiesen. Wir folgerten, dass der momentane Ausverkauf gefährlich sei, da Investitionen und Fördermengen zurückgefahren würden. Sobald jedoch die Wirtschaft wieder anspringe, führe dies zu einem Versorgungsengpass und somit einer Rallye beim Ölpreis. Bereits zum Jahresende 2008 sei wieder mit einem deutlich höheren Ölpreis zu rechnen.
Die gebündelte Markterwartung lautet also: Der Ölpreis wird bis zum Jahresende deutlich höher notieren.
Als nächstes grenzen Anleger nun die in Frage kommenden Produktkategorien ein. Da ein kurzfristiger Rückschlag des Ölpreises nicht ganz unwahrscheinlich ist – immerhin ist der Ausverkauf noch nicht beendet – scheiden Produkte mit einem Knock-out aus. Die Gefahr, selbst dann einen Grossteil des eingesetzten Kapitals zu verlieren, wenn die Markterwartung schliesslich doch eintritt, ist einfach zu gross. Auf der Internet-Seite der Derivatebörse Scoach (www.scoach.ch), kristallisiert sich über die umfangreiche Suchfunktion schliesslich heraus, dass ein Tracker-Zertifikat die beste Lösung ist. Dieses zeichnet die Entwicklung des Basiswertes praktisch 1:1 nach. Der Kreis der möglichen Produkte engt sich weiter ein, wenn ein Blick auf die Laufzeiten geworfen wird. Um im Falle des Eintreffens der Markterwartung möglichst lange profitieren zu können, wird ein Open-End-Zertifikat gewählt, das keine Laufzeitbeschränkung aufweist.
Schliesslich muss – gerade in der aktuellen Situation – der Emittentin besonderes Augenmerk geschenkt werden. Die klassischen Rating-Einstufungen helfen aufgrund der sich schnell ändernden Situationen allerdings nur beschränkt weiter. Nützlicher ist eine Betrachtung der sogenannten „Credit Spreads“, welche einen Anhaltspunkt dafür geben, wie sehr andere Finanzinstitute der Emittentin vertrauen. Je grösser das Vertrauen, desto kleiner die Credit Spreads, die auf die Zinsforderungen für Darlehen an die Emittentin aufgeschlagen wird. Die Credit Spreads von ABN Amro sind momentan gut und zeigen kein grosses Risiko an. Somit fällt die Wahl auf das unten näher ausgeführte Tracker-Zertifikat.

siehe Tabelle im beiliegenden PDF