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„Verkaufen Sie alles“

Royal Bank of Scotland sieht düstere Zeiten voraus
Eigentlich sind Bank-Analysten dafür bekannt, dass sie sich möglichst vorsichtig zu aktuellen Themen äussern. Umso erstaunlicher ist es, wenn die Kapitalmarktexperten mit deutlichen Warnungen an die Öffentlichkeit treten – so wie jüngst die Royal Bank of Scotland (RBS). Sie warnte vor einer ähnlichen Krise wie nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 und rät den Anlegern: „Verkaufen Sie alles ausser Qualitätsanleihen“. Dabei sollten Anleger nicht die Rendite im Auge haben, sondern es sollte Anlegern einzig darum gehen ihr Kapital zu schützen. Die Analysten beobachten aktuell Stress-Signale, wie sie sich auch vor dem Zusammenbruch der Investment Bank aufgetreten waren. Ein Hinweis für diese These lieferte Anfang der vorangegangenen Woche beispielsweise der Hong Kong Interbank Offered Rate (HIBOR). Dieser zog sprunghaft an und notierte zeitweise fünfmal über dem bisherigen Rekordniveau – ein solcher Anstieg wird in der Regel als eine massive Liquiditätsverknappung am Markt interpretiert. Allerdings könnte die Ursache für diesen sprunghaften Anstieg auch von der chinesischen Notenbank bewusst gesteuert worden sein. Der Offshore-Yuan wertete sich gegenüber dem Dollar deutlich schneller ab als der Onshore-Yuan. Um diese Bewertungslücke zu schliessen, könnte die People‘s Bank of China dem Offshore-Yuan-Markt massiv Liquidität entzogen haben, um ihn stark aufwerten zu lassen. Ein risikoreiches Vorgehen. Denn durch den Stress am Offshore-Markt könnten die Finanzinstitute in HK massiv unter Druck geraten. Sie sollen bereits bei der HKMA, der inoffiziellen Notenbank von Hong Kong, nach mehr Liquidität angefragt haben.Gänzlich ausschliessen lässt sich das Szenario der RBS nicht. Auch in unserem Haus steigen die Befürchtungen vor einem Crash an den Kapitalmärkten und einer globalen Rezession. Denn sollte die Regierung in Peking die Lage trotz massiver Interventionen nicht in den Griff kriegen, droht eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft den Rest der Welt mit in die Tiefe zu reissen. An den chinesischen Aktienmärkten dürfte die laufende Korrektur zu einem Crash führen (-50%), der auch die Wall Street und die Aktienmärkte in Europa in die Tiefe reisst. Infolge eines crashartigen Ausverkaufs dürften die Märkte in den westlichen Industrieländern im schlechtesten Fall – die globale Rezession löst deflationäre Tendenzen, eine erneute Eurokrise und Liquiditätsengpässe auf zahlreichen Märkten aus – um bis zu 40% korrigieren. Wir halten dieses Risiko derzeit für weniger wahrscheinlich (25% bis 35%) als eine Stabilisierung der gegenwärtig turbulenten Börsenphase. Ausschliessen lässt sich dieses Szenario jedoch nicht. Entsprechend empfehlen wir, gegenwärtig Ruhe zu bewahren und Aktienpositionen eng abzusichern.

 

Konklusion:
Wir gehören zwar nicht zu den Crash-Gurus. Dennoch erkennen wir die in den letzten Wochen massiv gestiegenen Risiken. Einen Börsencrash halten wir nicht mehr für ausgeschlossen!

 

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