Zum Jahresbeginn 2015 nehmen wir einige kleinere Korrekturen an unserer Anlageausrichtung vor. Unverändert halten wir an unserer Übergewichtung amerikanischer Aktien fest (siehe Seite 8). Wir gehen davon aus, dass der US-Aktienmarkt seine kräftige Aufwärtsdynamik aus dem Jahr 2014 mit ins neue Jahr nehmen kann. Allerdings dürfte sich diese im Verlauf des ersten Halbjahres nach und nach abschwächen. US-Aktien sind aus unserer Sicht mittlerweile ambitioniert bewertet und lassen nur noch wenig Luft nach oben. Wir rechnen auf Jahressicht mit einem Plus im S&P500 im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Etwas optimistischer sehen wir Aktien aus dem Europa. Zwar ist die Konjunktur weiter schwach – ein erneutes Abgleiten in die Rezession scheint angesichts der jüngsten Daten aber unwahrscheinlich. Wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft im Verlauf des ersten Halbjahres 2015 zwar weiter eher schwach entwickeln wird. Für das zweite Halbjahr gehen wir jedoch von einer spürbaren Beschleunigung aus. Vor allem mit Blick auf die Gewinnmargen der Unternehmen könnte diese Wachstumsbeschleunigung noch reichlich Potenzial freisetzen. Derzeit liegen die Gewinnmargen europäischer Unternehmen bei gut 25% unter dem Niveau zu den besten Zeiten. Entsprechend heben wir unsere Anlageempfehlung für europäische Aktien wieder auf übergewichten, wobei ein Schwerpunkt auf Schweizer Aktien liegt.
Angesichts des deflationären Umfelds halten wir es nach wie vor für angebracht, eher defensive Branchen wie Pharma (Novartis), Konsum (Nestlé, Aryzta) und Versicherungen (Zurich Insurance) zu bevorzugen. Alle Firmen erwirtschaften nachhaltige Erträge, die tendenziell weniger vom Konjunkturumfeld abhängen; darüber hinaus sind die Aktien sehr liquide.
Neu ergänzen wir unsere Auswahl mit Aktien aus eher zyklischen Segmenten, die vor allem von einer dynamischeren Konjunkturentwicklung in der zweiten Jahreshälfte profitieren sollten. Nach einem an der Börse eher schwierigen Jahr orten wir beispielsweise beim Schweizer Baustoffkonzern Holcim ein vergleichsweise hohes Erholungspotenzial (siehe Seite 5). Ebenso interessant erscheinen uns für langfristig orientierte Anleger die Aktie der UBS sowie der Syngenta-Titel. Der Schweizer Saatgut- und Pflanzenschutzhersteller hat vor allem im Vergleich zur direkten Konkurrenz noch reichlich Nachholbedarf. Denn während die amerikanische Monsanto 2014 fast 18% zulegen konnte, ging es bei den Schweizern an der Börse um 12% nach unten. Dabei sind die Geschäftsaussichten von Syngenta ordentlich. Sollten die eingeleiteten Kosteneinsparungen 2015 ihre Wirkung erzielen, dürften sich die Margen besser entwickeln als erwartet.
Konklusion:
Wir halten an unserer konservativen Ausrichtung fest und favorisieren Schweizer Schwergewichte wie Novartis, Swisscom oder Zurich. Daneben orten wir aber einige Aktien, die Aufholpotenzial haben.