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Subprime Krise im Sommer 2007

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Die Subprime-Krise vom Sommer 2007 ist in aller Munde. Was wie oft in einer Krise fehlt, ist Orientierung. Interessant am „Subprime- Boom“ ist die Art und Weise, wie ein lokales Problem in den USA globale Bedeutung erlangte. Am Anfang steht ein boomender Bodenmarkt in den USA und am Schluss eine Krise in der globalen Bankenwelt. Wie war das möglich? Das Grundgeschäft, das zur Subprime-Krise im Sommer 2007 führte, ist einfach zu verstehen. Arbeitnehmer in den USA mit niedrigem Einkommen haben den Wunsch, Boden zu kaufen und auf ihrem Boden ein Haus zu erstellen. Da sie kein oder sehr wenig Eigenkapital besitzen, müssen sie bei einer Bank einen Kredit aufnehmen, mit welchem der Boden mit mehr als den üblichen 70 – 80% belehnt wird. In vielen Fällen muss der Kredit den Kaufpreis für den Boden und die Ausgaben für den Hausbau zu 100% decken. Das sind eben die Subprime-Kredite. Das Grundgeschäft allein hätte aber nicht genügt, um eine weltweite Krise auszulösen. Dies war erst über die Verbriefung der Hypothekarkredite und die weltweite Verteilung der geschaffenen Wertpapiere möglich (nachfolgend „Subprime- Wertpapiere“ genannt). Dabei verkauften die Banken (Verkäufer; auch Originator genannt), welche die Subprime-Kredite vergaben, ihre Rechte auf Zins- und Tilgungsleistungen weiter. Käufer waren meist Gesellschaften, welche für diesen speziellen Zweck geschaffen wurden (SPV‘s, Special Purpose Vehicles; auch Conduits genannt). Die Käufer (SPV’s) wiederum mussten den Kauf der Kredite in irgendeiner Form finanzieren. Dazu gaben sie Subprime-Wertpapiere an Investoren aus. Meist handelte es sich um Geldmarktpapiere. Mit der Verbriefung der Kreditforderungen wurden drei Vorteile erzielt: Erstens wurden die Kreditforderungen der Bank handelbar. Zweitens durchliefen die Kreditforderungen einen Strukturierungsprozess. Für die Subprime-Wertpapiere existierte drittens ein Sekundärmarkt. Die Vorteile der Verbriefung für den Investor bestehen in einer Ausweitung des Anlageuniversums. Er kann im vorliegenden Fall an den höheren Erträgen im Subprime- Markt der USA partizipieren. So kann z.B. ein Schweizer Investor über den Erwerb der Subprime-Wertpapiere an den höheren Erträgen – aber auch höheren Risiken – des amerikanischen Subprime- Marktes profitieren. Wie so oft in Boomphasen kam es dann zu ersten Störungen. Im vorliegenden Fall waren es die Kreditnehmer, welche ihre Zinsen und Tilgungsraten nicht mehr zahlen konnten. Hinzu kam ein massives Fallen der Bodenwerte. Die ausgegebenen Subprime-Wertpapiere sanken massiv im Wert. Mit dem Verfall der Werthaltigkeit dieser Wertpapiere wurden grosse Abschreibungen notwendig. Da die Banken zudem nicht wussten, welche Bestände an notleidenden Subprime-Wertpapieren die anderen Banken besassen und welche Verluste sie deshalb hinnehmen mussten, kam Misstrauen auf. Anderen Banken wurde nur noch zu hohen Zinsen Kredit gewährt. Bereits das fehlende Vertrauen unter den Banken führte zu einer Verknappung der Liquidität. Zwei weitere Liquiditätsprobleme kamen hinzu: Da die Subprime-Wertpapiere nicht mehr jederzeit in Liquidität umgewandelt werden konnten, fehlte auch diese Liquidität. Zudem begannen Investoren in grossem Masse Liquidität aus dem Markt abzuziehen. Liquidität war auf einmal Mangelware. Existenziell waren die drohenden Folgen auf den Kreditmärkten. Fehlende Liquidität hat nämlich unmittelbar Einfluss auf die Bedienung und Vergabe von Krediten. Aufgrund der plötzlichen Verengung der Liquidität musste deshalb ein Überspringen auf die Kreditmärkte befürchtet werden. Eine plötzliche Einengung der Kreditvergabepraxis hat erhebliche negative Auswirkungen auf das Gedeihen einer Volkswirtschaft. Gerade deshalb schritten die Zentralbanken sofort ein und stellten dem Markt in grossem Umfang Liquidität zur Verfügung. Grössere negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaften konnten offensichtlich vermieden werden.

Fazit
Die Subprime-Krise besitzt alle Eigenschaften einer Spekulationsblase. Sie zeigt vor allem auf, wie ein Boom am Anfang sich selbst verstärkt, bis dann die Spekulationsblase platzt. Interessant sind bei diesem Boom vor allem zwei Aspekte: Die globalen Auswirkungen eines lokalen Immobilienbooms in den USA und die erhebliche Bedeutung der jederzeitigen Liquidität in der Bankenwelt. Die Schlangen vor der Northern Rock Bank in England sind etwas, was in der westlichen Welt schon lange nicht mehr gesehen wurde.