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Sieben Jahre nach der UBS-Rettung

Der nächste Regulierungsschritt muss folgen
Die beiden Schweizer Grossbanken haben in den zurückliegenden Jahren viel Lob eingeheimst. Beide Institute – vor allem aber die UBS – haben sich seit der grossen Finanzkrise in den Nuller Jahren punkto Kapitalausstattung wesentlich verbessert. Die UBS gehört heute mit zu den am besten kapitalisierten Banken der Welt. Die Erinnerungen an den 16. Oktober 2008 sind verblasst. Damals musste der Bund per Notrecht die UBS stützen – das einstige Vorzeigeinstitut der Schweiz war infolge des Immobiliencrashs in den USA derart in Schieflage geraten, dass sie drohte, das ganze Land in den Abgrund zu ziehen. Der Bund – und somit die Steuerzahler – schossen CHF 6 Milliarden in die Bank. Zudem übernahm die SNB toxische Papiere im Wert von USD 40 Milliarden. Die geflügelten Worte „too big to fail“ waren geboren. Faktisch haben beide Banken die zurückliegenden Jahre genutzt, um ihre Kapitalausstattung – vor allem die sog. Kernkapitalquote oder Tier-1-Ratio nach den Regeln von Basel III – deutlich zu verbessern. Doch reichen die umgesetzten Massnahmen, um die „too big to fail“-Problematik zu bodigen? Nein, aus unserer Sicht muss noch mehr gemacht werden. Nach wie vor sind beide Grossbanken „too big to fail“. Derzeit prüft das Eidgenössische Finanzdepartement, ob das seit 2012 geltende „too big to fail“-Gesetzt verschärft werden muss. Aus unserer Sicht muss vor allem bei der Leverage Ratio angesetzt werden. Diese Masszahl setzt das harte Eigenkapital ins Verhältnis zur ungewichteten Bilanzsumme. Ohne Berücksichtigung von Coco-Bonds und Pflichtwandelanleihen arbeiten beide Banken mit einer Leverage Ratio von knapp 4%. Zum Vergleich: Die amerikanische Notenbank fordert von den US-Banken eine Leverage Ratio von 6%. Die Frage sei erlaubt: Sind Schweizer Banken weniger systemrelevant als amerikanischer Häuser? Wir glauben nicht. Dass die Banken gegen eine schärfere Regulierung schiessen, überrascht nicht. Sie argumentieren dabei gerne mit den risikogewichteten Kapitalquoten, bei den beiden Banken mittlerweile gute bis sehr gute Quoten aufweisen. Allerdings ist die Risikogewichtung an und für sich problematisch – denn deren Berechnung basiert auf Modellen der jeweiligen Bank selbst und somit auf dem Glauben an die Unfehlbarkeit dieser Modelle. Wohin dieser Glaube führen kann, hat die Finanzkrise selbst gezeigt. Darüber hinaus fehlt nach wie vor ein internationales Konkursrecht, nach welchem global agierende, systemrelevante Institute abgewickelt und restrukturiert werden können. Die meisten Banken – weltweit – sind bis heute nicht in der Lage quasi über Nacht einen Notfallplan aus der Schublade zu holen, um im Fall der Fälle die Solvenz des Unternehmens wieder herzustellen. Es ist kein Zufall, dass die amerikanische Notenbank die bisher vorgelegten Notfallpläne – auch jene der beiden Schweizer Institute – als ziemlich unglaubwürdig abgestempelt hat.

 

Konklusion:
Aus unserer Sicht bleiben zahlreiche Banken – darunter auch die UBS und die CS Group – too big to fail. Es gibt Erfolge bei der Kapitalausstattung. Doch das Erreichte reicht noch nicht!

 

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