Globaler Kunstmark boomt
Reichlich vorhandenes Vermögen, tiefe Renditen und Unsicherheiten an den globalen Aktienmärkten haben dem internationalen Kunstmarkt vergangenes Jahr einen Rekordumsatz beschert. EUR 51 Milliarden wurden 2014 auf dem weltweiten Kunstmarkt umgesetzt. Dies ist ein Plus von 7% gegenüber dem Vorjahr und stellt ein Allzeithoch dar, wie es im „Art Market Report“ der Kunstmesse TEFAF heisst. Das billige Geld der Notenbanken flutet nicht nur den Aktien, Anleihen- und Immobilienmarkt. Auch der Kunstmarkt profitiert von der Renditesuche der Anleger.
Das börsennotierte Kunsthaus Sotheby‘s erfreute sich 2014 an neuen Rekordverkäufen bei Kunstauktionen. Der grösste Kunsthändler weltweit, Christie‘s, konnte seine Verkäufe 2014 im Vergleich zu 2013 um 12% steigern. Insgesamt verkaufte das Auktionshaus Kunst im Wert von USD 7.7 Milliarden. Die Branchengrössen vermelden zudem 30% Neukunden bei Kunstauktionen. Der Markt erlebt aktuell einen Boom. Der Kunstinformationsdienst Artprice hatte jüngst gemeldet, dass der weltweite Kunstauktionsmarkt 2014 auf ein neues historisches Hoch von USD 15.2 Milliarden gestiegen sei. Das entspreche einer Steigerung um 26% gegenüber 2013 – „eine fast schon unverschämte Wachstumsrate“, wie Artprice mitteilte.
Kunst als Investment?
Aus unserer Sicht eignen sich Kunstgegenstände als Kapital- und Wertanlage nur sehr bedingt. Denn auf dem Kunstmarkt gute Margen zu erzielen ist schwer und langwierig. Anders als beim Aktienhandel ist vor allem der Verkauf eines Kunstwerkes schwierig. Einen Käufer für ein Werk zu finden, kann Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern. In Kunst sollte investieren, wer Spass und Leidenschaft an dem gekauften Werk hat. Springt noch eine positive Wertentwicklung dabei heraus, ist das ein schöner Nebeneffekt.
Aussichstreicher ist aus unserer Sicht der Weinhandel. Ähnlich wie an der Börse gibt es auch beim Wein einen Terminkontrakt namens Subskription. Dieser gilt ausschliesslich für die Bordeaux-Region. Nach der Ernte in der Region finden die sogenannten Primeur-Verkostungen statt. In diesem Jahr also die des Jahrgangs 2014. Anschliessend legen die Weingüter ihre Preise fest. Weinliebhaber können danach bestellen und zahlen, bekommen die Weine aber erst ein bis zwei Jahre später. Der Vorteil: Selbst wenn die Preise nicht steigen sollten, haben die Käufer immer noch einen Wein, der zumindest den Gaumen erfreut. Darüber hinaus gibt es auch Weinfonds, die eher geschlossenen Anlagefonds ähneln.
Konklusion:
Aus unserer Sicht sind Kunstwerke und Weine keine alternativen Anlageopportunitäten zu Aktien. Wer investiert, sollte dies aus Liebe zur Kunst oder der Leidenschaft für einen guten Tropfen Wein machen.
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