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Kein Crash voraus!

Der seit Tagen laufende Sell-off prägt das Gesamtbild an den internationalen Börsenplätzen rund um den Globus. Aus unserer Sicht ist die laufende Korrektur eine Übertreibung. Der Kollaps von Lehman Brothers und all die Folgen für die Realwirtschaft wirken noch immer nach: Wenn auf der Welt ein grösseres Problem auftaucht, dann schalten die Märkte in den Panik-Modus und sehen die nächs-te globale Finanzkrise aufziehen. Es wird erst gehandelt und dann hinterfragt. Doch aus unserer Sicht hinkt der Vergleich. Die Pleite von Lehman Brothers überraschte die Märkte – fast niemand ahnte, in welchem Ausmass die Banken diese toxischen Papiere bunkerten. Diesbezüglich herrscht heute weitaus mehr Transparenz. Zudem kommt der konjunkturelle Abschwung Chinas keineswegs überraschend – er kündigt sich seit Monaten an. Die Demografie entwickelt sich seit Langem nachteilig, die Löhne und Schulden steigen und an den Aktien- und Immobilienmärkten hat sich eine gefährlich grosse Blase entwickelt. Doch die chinesische Regierung in Peking hat noch genügend finanziellen und politischen Spielraum, um die Finanzmärkte mit unkonventionellen Massnahmen zu stützen und die Konjunktur über Infrastrukturmassnahmen und Bauinvestitionen vor einer harten Landung zu schützen. Und sie wird diese Mittel bei einer weiteren Verschärfung der Situation auch anwenden. Nicht nur um die Märkte zu beruhigen. Es geht der Regierung dabei vor allem um den eigenen Machterhalt. Denn das Letzte, was das politische Peking nun gebrauchen kann, ist ein „Aufstand der Anständigen“ – in diesem Fall der Anleger. Die Regierung hatte sie über Monate regelrecht in die Märkte getrieben und die Blasenbildung mitverursacht. Peking ist nun gezwungen zu handeln, um den ohnehin labilen sozialen Frieden im Land aufrechtzuerhalten. Natürlich trifft der Abschwung die europäische Industrie – vor allem exportorientierte Branchen wie die Autoindustrie oder die Luxusgüterindustrie werden den wirtschaftlichen Abschwung in China deutlich spüren. Gesamthaft scheinen die europäischen Unternehmen jedoch gut gewappnet, um sich erfolgreich gegen den Abschwung zu wehren. Die jüngste Berichtssaison stärkt dieses Bild. Über 70% der Unternehmen haben wie erwartet oder sogar besser als erwartet abgeschnitten! Zudem hoben zahlreiche Konzerne ihre Jahresprognose an! Wir gehen weiter davon aus, dass die Konzerne aus der Eurozone dieses Jahr ein ansprechendes Gewinnwachstum, starke Bilanzen und einen starken Cash-Flow ausweisen, wodurch attraktive Dividenden in Aussicht gestellt werden! Und sollte sich der Abschwung in China dennoch weiter akzentuieren, werden die Notenbanken in Europa, Grossbritannien, den USA und Japan nicht tatenlos zuschauen. Wächst die Gefahr, dass der Konjunktur-abschwung in China den Rest der Welt in eine globale Rezession zieht, werden das Fed, die EZB, die Bank of England und die Bank of Japan jegliche Hemmungen verlieren und die Wirtschaft mit all den zur Verfügung stehenden Mitteln stützen, um das ohnehin nur zarte Konjunkturpflänzchen zu schützen.

 

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