Dividendenaussichten dürften die Käufer locken
Es ist in den vergangenen Monaten um die beiden Schweizer grossen Immobilienkonzerne SPS Swiss Prime Site und PSP Swiss Property ruhig geworden. Nachdem beide Titel mit der Aufhebung der Euro/Franken-Untergrenze für kurze Zeit in den Fokus der Anleger rückten, haben beide Titel in den letzten Monaten wieder kräftig Federn lassen müssen. Sowohl PSP, die zeitweise 16% im Plus lagen, als auch SPS, die Ende des ersten Quartals gut 20% im Plus lagen, notieren mittlerweile wieder deutlich unter diesen Niveaus. Bei SPS hat sich der Gewinn seit Anfang des Jahres halbiert und PSP liegt mittlerweile sogar gut 3% unter dem Stand zu Jahresanfang. Wir hatten den Sektor infolge der Aufhebung des Euro/Franken-Mindestkurs kurzfristig auf „übergewichten“ heraufgestuft und Ende des ersten bzw. zu Beginn des zweitens Quartals unsere Einschätzung wieder auf „untergewichten“ reduziert. Die anfänglichen Sorgen, dass die Aufhebung des Euro/Franken-Mindestkurs zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen in der Schweiz führen könnte, hatten sich bereits zu diesem Zeitpunkt aufgelöst. Zudem verkauften zahlreiche Investoren nach der Dividendenausschüttung die Aktie. Dass auch die jüngsten Zahlenkränze, die beide Konzerne vergangene Woche vorgelegten hatten, kaum eine Reaktion an den Märkten hervorrief, lässt erahnen, dass die beiden Immo-Aktien derzeit schlicht und einfach nicht gefragt sind. Dennoch sollten vor allem konservative Investoren beide Titel nicht aus den Augen verlieren. Denn sie bieten nach wie vor ein gewisses Mass an Sicherheit. Die Q3-Zahlen waren solide und konnten die Erwartungen teilweise sogar übertreffen. Dass auch die Ausblicke bestätigt wurden, ist ein weiterer positiver Aspekt. Mittel- bis langfristig könnten auf die Schweizer Immobilienkonzerne aber Probleme zukommen. So warnte SPS-CEO Markus Graf in einem Interview mit der Handelszeitung vor wenigen Wochen: „Wenn weitergebaut wird wie bisher, schliesse ich deutlich höhere Wohnungsleerstände in den kommenden Jahren nicht aus.“ Aber auch neue Bürohäuser würde er nicht mehr planen: „Zumindest solange die Schweizer Wirtschaft nicht wieder wächst und solange sich keine neuen Perspektiven für Investitionen in Bürohäuser abzeichnen.“ Dennoch bleiben SPS sowie PSP grundsolide Investments. Die Geschäfte sind gut vorhersehbar und einen breiten Geschäftsabschwung erwarten wir nicht. Allerdings dürften sich PSP und SPS im kommenden Jahr gegensätzlich entwickeln. Während wir bei PSP ein leichtes Wachstum beim Ebit und Ertrag pro Aktie erwarten, rechnen wir bei SPS mit deutlichen Abschlägen. Am Markt sind diese Aussichten eingepreist. Entsprechend dürfte wieder die Dividendensaison 2016 in den Fokus rücken. Denn beide Konzerne überzeugen mit einer sehr ansprechenden Dividendenrendite (SPS: 2015 & 2016: 4.98%; PSP2015/16: 3.88%/3.91%). Dies dürften in den kommenden Wochen vor allem die Käufer aus der Reserve locken.
Konklusion:
Wir gehen davon aus, dass sowohl PSP als auch SPS in den kommenden gut 5 Monaten zulegen werden. Käufer dürften vor allem auf die hohe Dividendenrendite beider Unternehmen schauen.
Bestellen Sie jetzt Ihr gratis Probe-Abo im Wert von CHF 50.- / EUR 50.- oder gleich ein Jahresabonnement für CHF 398.- / EUR 398.-