Was ist das Besondere an Hedge-Fonds?
Wörtlich übersetzt ist ein Hedge-Fonds ein „Absicherungsfonds“. Man darf sich aber von der wörtlichen Übersetzung nicht irreführen lassen. Hedge-Fonds verfolgen sehr selten Absicherungsstrategien. Die Kennzeichnung Hedge-Fonds dient meist der Abgrenzung von traditionellen Fonds. Während traditionelle Fonds gesetzlich stark geregelt sind, wird den Hedge-Fonds grosse Freiheit gewährt. Die untenstehende Tabelle fasst die wichtigen Kriterien zusammen.
Welche Arten von Hedge-Fonds gibt es?
Hedge-Fonds werden nach der verfolgten Strategie unterschieden:
1. Balanced-Long/Short-Hedge-Fonds
Die Anlagestrategie von Balanced-Long/Short-Hedge-Fonds ist noch am ehesten mit der normalen Aktienanlage vergleichbar. Allerdings können zusätzlich hohe Kredite aufgenommen werden. Zudem sind auch Leerverkäufe unbeschränkt möglich. Angestrebt wird ein marktneutrales Depot. Dies geschieht derart, dass einerseits erfolgsträchtige Aktien gekauft (Long-Positionen), andererseits vermeintlich schlechte Aktien leer verkauft (Short- Positionen) werden. Meinung ist, dass bei Marktbewegungen nach oben oder nach unten die „guten“ Aktien sich besser verhalten als die „schlechten“. Die Differenz in der Kursentwicklung soll die Gewinne generieren.
2. Arbitrage-Hedge-Fonds
Die Strategie von Arbitrage-Hedge-Fonds zielt darauf ab, die Preise der angebotenen Produkte – vor allem der Strukturierten Produkte – zu überwachen. Fehlbewertungen werden sofort ausgenutzt. Da entdeckte Preisdifferenzen sehr klein sind, müssen grosse Volumen zur Verfügung stehen.
3. Global-Macro-Fonds
Global-Macro-Fonds verfolgen keine spezifische Anlagestrategie. Es werden irgendwelche Opportunitäten auf dem Finanzmarkt gesucht und es wird ohne Einschränkung der Anlageinstrumente versucht, diese Opportunitäten in Gewinne umzuwandeln. Verfolgt wird meist ein Top-down-Ansatz. Es werden die Opportunitäten also vor allem im makroökonomischen Umfeld in der Branchenlandschaft gesucht. Dabei geht es vor allem darum, Trends aufzuspüren und auszunutzen.
4. Event-Driven-Hedge-Fonds
Bei Event-Driven-Hedge-Fonds werden Bottom-up die Unternehmen gescreent. In speziellen Situationen der Unternehmensentwicklung (events) wird dann investiert. Dies können Unternehmen sein, die übernommen werden sollen. Aber auch bei sanierungsbedürftigen Unternehmen entstehen oft lukrative Investments mit der Möglichkeit, hohe Gewinne zu erzielen.

Konklusion:
Die Bezeichnung Hedge-Fonds ist meist wenig klar und sagt wenig aus. Entscheidend ist einzig die Strategie, die vom einzelnen Hedge-Fonds verfolgt wird. Darauf sollte der Anleger sein Augenmerk richten.