Wir rechnen mit einer Gewinnausweitung von 8%
Es war ein bewegtes Jahr an der Schweizer Börse. Nach einem verheissungsvollen Auftakt, in dessen Rahmen der SMI binnen zweier Handelswochen über 3% zulegen konnte, wurde am 15. Januar durch die Schweizerische Notenbank jäh unterbrochen. Die Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurs liess an der Börse alle Dämme brechen – der SMI sackt um 15 Prozentpunkte ab. Mittlerweile präsentiert sich das Aktienbarometer wieder in besserer Verfassung. Zwar schwanken die Kurse weiter vergleichsweise stark – was vor allem auf einem tendenziell konservativen Markt wie dem Schweizer eher ungewöhnlich ist. Aber der Frankenschock ist mittlerweile verdaut. Zahlreiche Unternehmen mussten ihre Prognosen den neuen Rahmenbedingungen und der zuletzt schwächelnden Konjunktur in China und zahlreichen Schwellenländern nach unten anpassen. Dennoch konnten sich die Aktienkurse stabilisieren. Der Swiss Market Index bewegt sich seit gut zwei Monaten in einem Band zwischen 8‘750 und 9‘000 Zählern und EUR/CHF tänzelt seit einigen Wochen um die Marke von 1.08. Der Konjunkturhimmel über der Schweiz hat sich im Verlauf des Jahres verdunkelt, aber er ist nicht pechschwarz. Zumal sich die meisten Schweizer Konzerne als weiter sehr flexibel erwiesen haben und schnell auf das sich veränderte Umfeld reagierten. Dies zahlt sich aus. Wir gehen davon aus, dass die Währungsverluste in der Summe für 2015 deutlich tiefer ausfallen als zunächst erwartet. Wir rechnen noch mit negativen Währungseffekten zwischen 5% bis 6%. Kurz nach der Frankenfreigabe hatten wir angesichts der Heftigkeit der Marktreaktion mit einem Wert von deutlich über 10% gerechnet. Darüber hinaus weisen viele Unternehmen weiter ein organisch sehr ansprechendes Wachstum auf, was sich durch die anziehende Konjunktur in der Eurozone und weiteren Profitabilitätsanstrengungen aufseiten der Unternehmen 2016 beschleunigen sollte. Unter dem Strich dürfte das Gewinnwachstum zudem positiv überraschen. Im Swiss Performance Index rechnen wir mit einem Zuwachs von mittlerweile 2% bis 2.5%, was deutlich unter unserer Halbjahresprognose liegt (o%). Wesentlich optimistischer sind wir für das kommende Jahr. Wir gehen davon aus, dass 1. die Wirtschaft in der Eurozone weiter an Schwung gewinnt, 2. die USA den stabilen Aufschwung fortsetzen und 3. die asiatischen Emerging Markets die Talsohle in Q4/Q1 2016 erreicht haben. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die Schweizer Unternehmen ihre Gewinne im kommenden Jahr um gut 8% ausweiten können. Deshalb erscheinen uns die Aktienbewertungen nach wie vor attraktiv. Im Schnitt werden die Unternehmen aus dem SPI derzeit mit einem KGV 2015 von gut 17 bewertet, was zwar deutlich über dem 15-Jahresdurchschnitt von 14.8 liegt. Allerdings rechtfertigt die lockere Geldpolitik in Europa und der Schweiz sogar noch höhere Bewertungen.
Konklusion:
Wir gehen für das kommende Jahr von einer deutlichen Gewinnbeschleunigung bei Schweizer Unternehmen aus. Wir bestätigen die Übergewichtung von Schweizer Aktien.
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