BIP sinkt im ersten Quartal leicht um 0.2%
Die Schweizer Wirtschaft ist im ersten Quartal – wie von uns in Aussicht gestellt – im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Jahresviertel zum Vorquartal um 0.2% zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich das reale BIP um 1.1%. Im vierten Quartal 2014 war die Schweizer Wirtschaft laut revidierten Zahlen gegenüber dem Vorquartal noch um 0.5% gewachsen, was leicht tiefer ist als die ursprünglich gemeldeten 0.6%. Die Wachstumszahl zum Vorjahresquartal blieb unverändert bei 1.9%. Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen der Ökonomen, die mit Wachstumswerten von -0.4% bis +0.3% im Vergleich zum Vorquartal und mit +1.2% bis +2.9% im Jahresvergleich gerechnet hatten. Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verhinderte eine positive Entwicklung bei den Bruttoanlageinvestitionen sowie ein nach wie vor starker privater Konsum einen stärkeren Rückgang des BIP. Wir hatten für das erste Quartal leicht tiefere Wachstumsraten erwartet und sind somit positiv überrascht. Insgesamt scheint die Schweizer Wirtschaft dank ihrer hohen Flexibilität weit weniger von der Frankenfreigabe betroffen als erwartet.
Bau und Industrie waren unter Druck
Allerdings zeigt ein Blick auf die Entwicklung einzelner Branchen, dass vor allem die Schweizer Industrie sowie das Baugewerbe stark unter der Frankenfreigabe leiden. Laut dem Bundesamt für Statistik fiel die Industrieproduktion im ersten Quartal nach vorläufigen Daten um 0.5%. Nachdem sie im Januar noch um 5.8% gestiegen war, verringerte sie sich im Februar um 3% und im März um 4.1%. Im Baugewerbe – das im ersten Quartal traditionell eher schwach abschneidet – verringerte sich die Produktion gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2.5%. Wenig überraschend sanken auch die Umsätze in den beiden Branchen markant. Der Umsatz in der Industrie sackte um 1.6% ab, im Baugewerbe gar um 2.6% – beide Branchen verzeichneten vor allem im Februar und März markante Umsatzrückgänge.
Stabilisierung in Q2 und Erholung
Wir gehen davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft das Gröbste hinter sich hat. Die schnellen und wenig bürokratischen Reaktionen der Unternehmen haben gezeigt, dass die Firmen in der Ära der Frankbindung nur wenig an Flexibilität eingebüsst haben. Entsprechend sollten sich die negativen Währungseffekte in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückbilden. Die grösstenteils positiven Jahresprognosen der Schweizer Unternehmen sind ein Beleg für diese These.
Konklusion:
Wir erwarten, dass das Schweizer BIP in Q2 im Vergleich zum Vorquartal wieder leicht zulegen kann, womit eine Rezession – wie von uns ursprünglich erwartet – verhindert wird.
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