2015 – ein unruhiges, aber insgesamt gutes Jahr
Trotz einiger heftiger Rückschläge scheint der SMI wie in den beiden Vorjahren auch das Jahr 2014 mit einem zweistelligen Prozentanstieg abschliessen zu können. Damit kann der Swiss Market Index in vier der letzten sechs Jahre jeweils einen zweistelligen Prozentanstieg verbuchen (2009: +18%; 2012: +14%; 2013: +20%; 2014: +11%). Lediglich in den Jahren 2010 (-1%) und 2011 (-8%) mussten Anleger im SMI negative Wachstumsraten hinnehmen. Das nur noch wenige Wochen laufende Jahr war geprägt von geopolitischen Spannungen (IS, Ukraine, Ebola) sowie von der bis zur Mitte des Jahres unerwarteten deutlichen Konjunkturabkühlung in Europa. Anfang Oktober sackte der Index aufgrund kumulierter negativer Konjunkturnachrichten vom damaligen Jahreshöchststand binnen zweier Wochen um fast 10 Prozentpunkte ab. Umso erstaunlicher ist die seit Mitte Oktober laufende Erholungsrallye am Schweizer Aktienmarkt. Insgesamt, so unser Fazit für 2014, hat sich der Schweizer Aktienmarkt besser entwickelt, als wir erwartet hatten – wir hatten ursprünglich mit einer Performance von 6 bis 8% gerechnet.
Ausblick auf das Jahr 2015
Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass auch das kommende Jahr im Zeichen steigender Aktienkurse stehen wird. Dabei dürften jedoch weniger die Fundamentaldaten der Unternehmen die Musik machen. Viel mehr dürfte die Europäische Zentralbank (Stichwort: QE) den Takt an den europäischen Börsen vorgeben. Insgesamt rechnen wir mit einer Performance des SMI im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Dem Schweizer Leitindex dürfte 2015 zwar der Sprung über die 10‘000 Marke gelingen, viel mehr Luft nach oben dürfte der Index angesichts der mittlerweile ambitionierten Aktienbewertungen nicht mehr haben. Das Risiko eines grossen Chrashs bleibt angesichts der Bewertungsparameter bestehen. Allerdings dürfte die grosse Liquidität im Markt dafür sorgen, dass diese Korrekturphase begrenzt ist. Rückschläge von 10 bis 15% sind aus unserer Sicht möglich, dürften jedoch – ähnlich wie 2014 – durch die reichlich vorhandene Liquidität schnellt wieder ausgebügelt werden.
Das grösste Potenzial machen wir gegenwärtig im Bereich der Finanztitel aus. Vor allem Bankaktien haben aus unserer Sicht noch reichlich Potenzial. Einerseits scheint die Branche mittlerweile das Gröbste hinter sich haben und Anleger goutieren schlechte Nachrichten auch nicht mehr mit einem branchenweiten Ausverkauf. Die Lage hat sich normalisiert. Unser Favorit bleibt die UBS – sie hat die letzten Jahre genutzt, um sich neu aufzustellen und zu alter Stärke im Private Banking zurückzukehren und ihre Kompetenzen im Investment Banking neu auszurichten. Darüber hinaus gefallen uns Julius Bär und GAM.
Konklusion:
Wir rechnen für 2015 mit Rückschlägen. Allerdings begrenzt die reichlich im Markt vorhandene Liquidität das Korrekturpotenzial. Wir favorisieren Finanz- bzw. Bankaktien.
Viele weitere Empfehlungen finden Sie Woche für Woche in der aktuellen Ausgabe des „the investor“.
Bestellen Sie jetzt Ihr gratis Probe-Abo im Wert von CHF 50.- / EUR 50.- oder gleich ein Jahresabonnement für CHF 398.- / EUR 398.-