+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Eigentümer und Mieter in der Schweiz

wohneigentumsquote

In den nächsten Jahren steht eine Revision des Steuerrechts an, welche in den Immobilienmarkt eingreifen wird. Es geht um die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung. Parallel dazu sollen die Abzüge für den Unterhalt und die Hypothekarzinsen neu geregelt werden. Diese Steuerrevision wird einen unmittelbaren Einfluss auf die Wohneigentumsquote in der Schweiz haben.

I. Der Begriff der Wohneigentumsquote
Die Wohneigentumsquote ist definiert als Anteil der Haushalte, die in einer eigenen Wohnung oder in einem eigenen Haus leben, im Verhältnis zu allen Haushalten. Aufgrund von Messproblemen nimmt das Bundesamt für Statistik eine Anpassung vor und zählt diejenigen Wohneinheiten, die im Eigentum der Haushalte stehen und bestimmt den Anteil dieser Wohneinheiten an allen Wohneinheiten. Die Unterschiede in den beiden Quoten dürften nicht ins Gewicht fallen.

II. Förderung der Wohneigentumsquote durch den Staat
Es ist generell strittig, ob der Staat Massnahmen zur Erhöhung der Wohneigentumsquote treffen soll.
In der Schweiz wird diese Politik vor allem damit begründet, dass die Wohneigentumsquote in der Schweiz im Verhältnis zum Ausland sehr gering ist. Neben ökonomischen Nutzen geht es bei der Förderung auch um soziale Aspekte wie Wohnzufriedenheit, Engagement in der Wohngemeinde und soziale Integration.

Kritisch ist eine hohe Wohneigentumsquote aber dann, wenn damit die Mobilität der Arbeitskräfte eingeschränkt wird. Das führt dazu, dass die effiziente Allokation der Arbeitskraft beeinträchtigt wird. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass eine Erhöhung der Wohneigentumsquote zu einer geringeren Mobilität der Arbeitskräfte und anschliessend zu einer höheren Arbeitslosenquote führt. Bei einer hohen Wohneigentumsquote kann es auch zu einer Zersiedelung der Landschaft kommen.

Zu beachten ist auch, dass für viele Eigentümer von Wohnraum dieser das einzige Vermögensobjekt darstellt. Mangelnde Vermögensdiversifikation ist die Folge. Für die Schweiz ist bekannt, dass bei den finanziellen Verpflichtungen der Haushalte 90% aus Hypotheken bestehen. Wenn es zu Krisen im Immobilienbereich kommt, kann dies zu übermässigen finanziellen Belastungen bei den Haushalten führen.

III. Wohneigentumsquote im internationalen Vergleich
Bekannt ist, dass die Schweiz eine sehr tiefe Wohneigentumsquote besitzt. Es kann auf das Diagramm verwiesen werden. Immerhin hat sich die Quote vom Jahre 1970 von 26.4% auf 38.3% im Jahr 2000 erhöht.

IV. Faktoren, welche die Wohneigentumsquote beeinflussen
Eine Untersuchung, welche den Gründen nachging, was Eigentum an den eigenen vier Wänden fördert, brachte einige interessante Aspekte zum Vorschein. Je älter der Haushaltsvorstand ist, desto wahrscheinlicher ist Wohneigentum. Ausländer besitzen weniger Wohneigentum. Auch viele Kinder und Wohneigentum passen nicht zusammen. Regionen mit einem hohen Leerwohnungsbestand haben eine höhere Wohneigentumsquote als Regionen mit einer hohen Bevölkerungsdichte. Zudem ist in ländlichen Gebieten die Wohneigentumsquote höher.

V. Fazit
Die Wohneigentumsquote ist eine interessante Kennzahl zur Beurteilung eines Landes. Allerdings kann nicht gesagt werden, dass Länder mit tiefen Quoten ärmer sind also solche mit hohen Quoten. Es trifft eher das Gegenteil zu. Wie derzeit das Beispiel USA zeigt, kann Eigentum am eigenen Haus – vor allem wenn das Haus wegen hoher Schulden nicht verkauft werden kann – die Mobilität der Arbeitskräfte erheblich beeinträchtigen und zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Arbeit muss nämlich nicht immer dort zu finden sein, wo das Haus steht.