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Die SNB ist aus dem Gröbsten heraus

De-Eskalation in Griechenland und der erwartete Zinsschritt in den USA spielt den Schweizern in die Hände
Die Devisenbestände der Schweizerischen Nationalbank sind im Juni um 3% auf den Rekordwert von CHF 516 Milliarden gestiegen. Wir gehen davon aus, dass der Anstieg zu einem grossen Teil darauf zurückzuführen ist, dass sich der Schweizer Franken im gleichen Zeitraum gegenüber den grossen Leitwährungen abschwächte. Laut Bloomberg wertete der Franken gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung im Juni um 1.8% und gegenüber dem US-Dollar sogar um 3.2% ab. Beide Währungen machten zum Ende des zweiten Quartals gut drei Viertel der Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank aus. Die SNB hatte nach der Frankenfreigabe im Januar mehrfach betont, am Devisenmarkt einzugreifen, um die geldpolitischen Konditionen sicherzustellen. Wir gehen davon aus, dass die SNB darauf abzielt EUR/CHF im Bereich um 1.04 halten zu wollen – jedenfalls aber eine Aufwertung des Franken auf Parität zum Euro unterbinden will. Entsprechend dürfte die SNB in den vergangenen Monaten mehrfach am Markt interveniert haben, um das EUR/CHF-Niveau zu halten – vor allem in den heissen Phasen der Griechenlandkrise.
Mit Blick auf die kommenden Monate gehen wir davon aus, dass die SNB fürs Erste aus dem Schneider ist und nicht im grossen Stil intervenieren muss, um das angepeilte Niveau zu halten. Einerseits deutet sich an, dass die Griechenlandkrise durch den gefundenen Kompromiss mit den Geldgebern deutlich an Brisanz verloren hat. Das 3. Hilfsprogramm für das krisengebeutelte Land ist aus unserer Sicht nur noch eine Formsache. Damit verliert der Franken an Attraktivität als sicherer Hafen. Andererseits dürfte die Eurozone für Investoren an Attraktivität gewinnen, da sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt. Insgesamt sollte dies dazu führen, dass die europäische Gemeinschaftswährung tendenziell gegenüber dem Schweizer Franken aufwertet, da zugleich auch die Schweizer Wirtschaft weiter – wenn auch in einem geringeren Masse als im ersten Halbjahr 2015 – unter dem starken Franken leidet. Wir sehen EUR/CHF mit Blick auf die kommenden sechs bis zwölf Monate im Bereich um 1.10/1.15.
Gegenüber dem USD sollte der CHF die Parität in den kommenden Handelswochen wieder erreichen und – was noch wichtiger ist – sich dort auch etablieren. Die anstehende Leitzinserhöhung in den USA dürfte diesen Trend verfestigen. Wir sehen das USD/CHF-Währungspaar mit Blick auf zwölf Monate bei 1.05.

Konklusion:
Wir gehen davon aus, dass sich die Währungssituation zugunsten der Schweizer Unternehmen entwickelt. Sowohl der Euro als auch der US-Dollar sollten in den kommenden Monaten ggü. CHF aufwerten.

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