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Jahr 2022

Die langsame Wende am Automarkt

BMW und Daimler haben noch reichlich Potenzial
„Das Blatt scheint sich langsam zu wenden“, so kommentierte auto-schweiz Präsident Max Nötzli die aktuelle Entwicklung auf dem Schweizer Automarkt. Insgesamt gingen die Autoverkäufe im April um 2.1% zurück; der kumulierte Rückgang konnte im Vergleich zum Vormonat von 4.7 auf 3.9% (- 3‘950 Einheiten) reduziert werden. Die steigende Zuversicht auf eine Erholung des europäischen Marktes und eine Fortsetzung der guten Geschäfte in zahlreichen Schwellenländern spiegelt sich auch in den Quartalszahlen der Autohersteller wider. Insgesamt konnten die Autohersteller überzeugen.
Daimler: Der Autobauer aus Schwaben bleibt unser Favorit. Daimler dürfte 2014 von der Einführung neuer Modelle von Mercedes Benz weiter profitieren (2. Halbjahr 2013: S-Klasse; März 2014: C-Klasse und GLA). Zudem sollte es dem Konzern gelingen in China den Rückstand auf BMW und Audi zu reduzieren – dort dürfte neben neuen Modellen auch die Ausweitung des Händlernetzes (+100 im Jahr 2014) zu einer Verbesserung der Position beitragen. Die eingeleiteten Sparmassnahmen – „Fit for Leadership“ bei Mercedes Benz Cars und „DT#1“ in der LKW-Sparte – sollte zu Kosteneinsparungen von gut EUR 3.5 Milliarden führen und 2014 wirksam werden. Die Aktie bietet noch reichlich Aufwärtspotenzial!
BMW: Die Bayern werden 2014 insgesamt 14 neue Modelle einführen, wobei 5 ohne Vorgänger sind. Auch die fortgesetzt starke Nachfrage in China (20% der Auslieferungen des Jahres 2013) und eine Erholung des europäischen Markts (44%) sollten sich günstig auswirken. Die grössten Gefahren sind derzeit die Preisentwicklung und negative Währungseffekte. BMW rechnet aufgrund der Markteinführung der neuen Modelle mit einer Preisverbesserung um 100 Basispunkte. Allerdings stagnierten die Preise im 1. Quartal 1024. Auch negative Währungseffekte können nicht ausgeschlossen werden, wobei das BMW-Management in Q1 bewiesen hat, dass sich diese dank erfolgreicher Sicherungsgeschäfte neutralisieren lassen. Obwohl die Aktie bereits sehr gut gelaufen ist, hat sie noch Luft nach oben.
Volkswagen: Die Wolfsburger bieten ein breites Produktportfolio und sind in fast allen Ländern der Welt vor Ort – eine gute Ausgangslage, um den Absatz zu erhöhen. Allerdings haben die Risiken in manchen Schwellenländern wie Brasilien (Umsatzanteil: 5%) und Russland (3%) zugenommen. Weiterhin hohes Wachstum bietet der chinesische Markt (Umsatzanteil: 39%), der auch dieses Jahr wieder zweistellig wachsen sollte. Mittelfristig wird die Kastenbauweise bei VW zu Kosteneinsparungen und somit zu einer Margenexpansion führen. Der grösste Belastungsfaktor bleibt das US-Geschäft, wo VW weiter an Boden verliert. Darüber hinaus agiert VW in einem von harten Preiskämpfen gekennzeichneten Markt. Wir halten BMW und Daimler für die attraktiveren Opportunitäten.

Konklusion:
Die deutschen Premiumbauer BMW und Daimler sind unsere Top Picks. Beide sollten von neuen Modellen profitieren. Die Aktien haben noch reichlich Luft nach oben.

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