US-Airlines sind die Top-Profiteure
Der Ölpreiszerfall der letzten Monate hat an den Märkten für reichlich Unruhe gesorgt. Anleger sollten jedoch vor allem die positiven Aspekte berücksichtigen. Laut dem Internationalen Währungsfonds IWF kann ein um 30% gesunkener Ölpreis ein zusätzliches Wachstum von 0.8% generieren sowie den Binnenkonsum und den Export unterstützen. Von diesen Rahmenbedingungen dürfte aus unserer Sicht eine Branche besonders profitieren – die Transport-/Logistikunternehmen.
Einerseits sinken die Kosten durch die gefallenen Energiepreise. Treibstoff ist einer der wichtigsten Gesamtkostenfaktoren beim Fracht- und Personentransport. Entsprechend wirkt billiges Öl erleichternd auf die Margen von Schifffahrts-, Bahn- und Luftfracht/Luftfahrtunternehmen. Andererseits unterstützt das Exportwachstum das Geschäft. Gemäss Berechnungen der Welt Handelsorganisation WTO stieg das jährliche Weltexportvolumen in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt um 5.3%. Zwar sackten die Wachstumsraten infolge der globalen Finanzkrise zwischen 2009 bis 2013 deutlich ab. Angesichts der globalen langfristigen Trends (steigender Lebensstandard in den aufstrebenden Schwellenländern, Wiederbelebung der amerikanischen Konjunktur, Strukturreformen in China und Indien) dürften die früheren Wachstumsraten bald wieder erreicht werden.
Der Airline-Sektor sollte eigentlich zu den Top-Profiteuren des niedrigen Ölpreises gehören, denn die Kosten für Kerosin übersteigen den operationellen Aufwand oft um mehr als ein Drittel – eine Fehleinschätzung. Denn vor allem europäische Airlines stecken noch in Preissicherungsgeschäften (Fuel Hedging) fest, die vor dem Ölpreiszerfall getätigt wurden. Laut dem deutschen „Handelsblatt“ zahlen sich die Kontrakte bei der Lufthansa beispielsweise erst ab einem Preis von USD 105 aus. Anders sieht es bei den amerikanischen Fluggesellschaften aus – sie sichern immer nur den Preis für einen Teil des gekauften Öls ab. So rechnet Delta Airlines für 2015 mit zusätzlichen Erlösen von USD 1.7 Milliarden. Gemäss Angaben von Delta stellt eine Preisänderung von nur einem Cent pro Fass einen Wert von 40 Millionen US-Dollar dar. Noch stärker sollte American Airlines profitieren. Der Marktführer hat seit Ende 2013 keinen Vertrag mehr hinsichtlich einer Ölpreisabsicherung abgeschlossen. Von fallenden Rohstoff- bzw. Energiepreisen dürften in erheblichem Umfang auch die globalen Schifffahrtsgesellschaften sowie Paketzusteller wie FedEx oder UPS profitieren.
Konklusion:
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