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Jahr 2022

Devisenhandel den Profis überlassen

Hebel ist ein mächtiges, aber auch gefährliches Mittel
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat durch gravierende Fehler bei Währungsgeschäften EUR 3.8 Millionen an Spendengeldern versenkt. Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung von Greenpeace International hatte in Amsterdam bei Termingeschäften auf sinkende Eurokurse gesetzt – ein Irrtum, begünstigt durch das Versagen interner Kontrollen.

Ein warnendes Beispiel
Ein äusserst unangenehmer Vorfall für die Organisation, der auch privaten Anlegern eine Warnung sein sollte. Denn der Devisenhandel gilt gemeinhin als Königsdisziplin des Tradings. In kaum einem anderen Anlagefeld müssen so viele Aspekte berücksichtigt werden, wie beim Handel mit Währungen. Zinsausblick, Inflationserwartung, Konjunkturentwicklung, Arbeitsmarktentwicklung, die Notenbankpolitik bzw. deren Forward Guidance oder politische Wahlergebnisse sind nur ein paar wenige Punkte, die dabei berücksichtigt werden müssen. Anleger, die aus dem Bauch heraus agieren, dürften sich schnell eine blutige Nase holen.
In den letzten Jahren haben private Anleger neben dem traditionellen Kauf und Verkauf von Währungen die Devisen-Futures für sich entdeckt. Der Standardkontrakt, den Anleger bei Devisen kaufen, sind 100‘000 Einheiten – also ein «Lot». Spekuliert ein Investor bei einem USD-CHF-Kurs von 0.9300 auf einen steigenden Greenback, zahlt er umgerechnet CHF 93‘000. Bei einem Hebel von 100 muss er als Sicherheitsleistung – auch Margin genannt – beim Forex-Broker ein Prozent, also CHF 930, hinterlegen. Verteuert sich der USD nun auf 0.9500, beträgt der Gewinn CHF 2000 Franken bei einem Einsatz von CHF 930 Franken – ein Plus von 115%. Der Devisenhandel bietet die Möglichkeit, schnell viel Geld zu verdienen. Aber: Bewegt sich der USD hingegen in die „verkehrte“ Richtung, kann dem Investor nicht nur ein Totalverlust drohen, sondern er muss auch noch Geld nachschiessen.
Abhängig von ihrer Erfahrung, kann ein grosser Hebel ein mächtiges Werkzeug sein, um die Gewinne zu erhöhen. Da der Hebel aber in beide Richtungen wirkt, kann er auch die Auslöschung des Kontos bedeuten. Daher sollten Sie sich der Wirkung des Hebels vollständig bewusst sein, bevor auf einem Echtgeld-Konto gehandelt wird. Riskieren Sie pro Trade maximal 1% oder weniger ihres Gesamtkapitals. Keinesfalls mehr.

Konklusion:
Täglich werden auf den Devisenmärkten rund USD 5 Billionen umgesetzt. Anleger sollten sich über ihre Position in diesem Markt bewusst sein.

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