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Jahr 2022

Crash oder Korrektur?

Geopolitische Krisen setzen den Märkten zu
Die anhaltenden Spannungen in der Ukraine, der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sowie die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Irak haben in den vergangenen gut drei Wochen zu einer deutlichen Stimmungseintrübung an den Aktienmärkten gesorgt.
Darüber hinaus belasten schlechte Konjunkturindikatoren aus der Eurozone. Vor allem für Deutschland trübt sich das Umfeld derzeit ein. Nach Einschätzung von Volkswirten steuert die deutsche Wirtschaft auf ihren ersten Einbruch seit rund zwei Jahren zu. Dafür sprechen zahlreiche schwache Konjunkturdaten der letzten Wochen. Immer mehr Ökonomen gehen nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal zurückgegangen ist. Das Schlagwort eines deutschen Nullwachstums macht mehr und mehr die Runde. Dies hiesse, dass die deutsche Wirtschaft nach einem insgesamt eigentlich erfreulichen Jahresauftakt in der zweiten Jahreshälfte deutlich einbrechen müsste. Bisher gingen Investoren von einer gegenteiligen Entwicklung aus. Die laufende Berichtssaison, die in Deutschland bisher solide bis positiv verläuft, ist ein Beleg für die im ersten Halbjahr gute Verfassung der Wirtschaft. Allerdings scheint es angesichts des sich eintrübenden Umfelds fraglich, ob die deutschen Unternehmen ihre Gewinne wie ursprünglich prognostiziert im 20% steigern können.
Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Angesichts der Intensität der Konflikte könnten diese Beine für einmal jedoch etwas länger sein. Je nach Entwicklung in den drei grossen Krisenherden könnte sich die gegenwärtige Korrektur noch fortsetzen. Erste Entspannungssignale dürften hingegen schnell zu einer kurzfristigen Trendumkehr an den Märkten führen. Entsprechend gehen wir nicht davon aus, dass es sich bei den jüngsten Kursbewegungen um eine Ausbildung einer länger anhaltenden Baisse handelt. Zumal Investoren die Worte von EZB-Chef Mario Draghi nicht vergessen sollten. Er warnte jüngst zwar vor den Folgen der Ukraine-Krise. Damit schafft der höchste europäische Notenbanker jedoch zugleich einen kleinen Sicherheitspuffer für die Anleger. Denn sollte die Wirtschaft der Eurozone wirklich deutlich einbrechen, dürfte die EZB mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mittel dagegen ankämpfen.
Insgesamt halten wir an unserer optimistischen Sicht auf die internationalen Aktienmärkte fest und sehen in der gegenwärtigen Korrektur einen günstigen Einstiegspunkt. Auf unserer Agenda weit oben stehen derzeit Titel aus den USA und der Schweiz. Etwas zurückhaltender sind wir neu bezüglich europäischen Titeln. Grundsätzlich sehen wir in Europa weiter gute Renditechancen. Angesichts der politischen Unruhen, die die europäischen Märkte durch die geografische Nähe tendenziell stärker beeinflussen, würden wir derzeit von Neuengagements abraten, bis sich die Lage vor allem in der Ukraine stabilisiert.

Konklusion:
Die geopolitischen Konflikte belasten die Märkte. Dennoch bleiben wir in Aktien übergewichtet. Attraktiv sind vor allem Titel aus USA und der Schweiz. Europa-Investment stellen wir derzeit hinten an

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