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Bundesrat schiesst ein Eigentor

Kurzfristig dürfte Schweizer Immo-Preise steigen
Der Schweizer Immobilienmarkt steht vor einer Zäsur. Denn macht der Bundesrat Ernst und streicht die Möglichkeit von Vorbezügen aus der obligatorischen Pensionskasse für den Eigenheimkauf, dann wird dies den Schweizer Immobilienmarkt nachhaltig ändern. Auch wenn Bundesrat Alain Berset nach den heftigen Reaktionen auf den Vorschlag mittlerweile zurückgekrebst ist und das Vorhaben relativiert hat. An den grundsätzlichen Plänen des BR, den PK-Vorbezug zu unterbinden, scheint das nichts zu ändern. Nach Berechnungen der UBS macht der durchschnittliche Vorbezug rund 10% des Kaufpreises aus und ist somit ein wichtiger Teil des erforderlichen Eigenkapitals von 20% des Kaufpreises. Fällt diese Möglichkeit der Finanzierung nun weg, dann muss vor allem bei sog. Schwellenhaushalten mittelfristig mit einem gravierenden Nachfrageeinbruch gerechnet werden. Sie können sich einen Hauskauf schlicht und einfach nicht mehr leisten. Zugleich will die sozialdemokratische Nationalrätin Jacqueline Badran die sog. Lex Koller, die den Verkauf von Schweizer Boden an Ausländer regelt, verschärfen. Sie will erreichen, dass Ausländer künftig keine Bürogebäude und Fabrikationsstätten in der Schweiz mehr kaufen dürfen. Damit würde ihrer Ansicht nach ein preistreibender Faktor im Immobilienmarkt ausgeschaltet. Hinzu kommen die möglichen langfristigen Folgen der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative.

Run auf Eigentumsobjekte
Kurzfristig dürften angesichts der jüngsten politischen Initiativen die Vorbezüge zur Tilgung der aktuellen Hypothekarschuld steigen. Denn solange die Möglichkeit besteht, Vorbezüge aus der Pensionskasse für die Eigenheimfinanzierung zu nehmen, dürften Schweizer diese Chance vermehrt nutzen, was zu vorgezogenen Käufen und einem vorübergehenden Run auf Eigentumsobjekte führen könnte. Die Folge: Der sich seit einiger Zeit abkühlende Schweizer Immobilienmarkt dürfte einen neuen Preisauftrieb erfahren. Sollten die bundesrätlichen Massnahmen dereinst gesetzlich verankert werden und ihre Wirkung entfalten, wäre die Fallhöhe für den Schweizer Immobilienmarkt nochmals höher. Kurzfristig dürften die Massnahmen des Bundes also nicht zu einer weiteren Abkühlung des Marktes führen, sondern im Gegenteil das ohnehin gefährlich hohe Preisniveau nochmals anheben. Neben dem Immobilienmarkt selbst dürfte auch die Schweizer Baubranche von den jüngsten Entwicklungen auf politischer Ebene betroffen sein. In den letzten Jahren boomte die Branche – allen Krisen in den USA und in Europa zum Trotz.

Konklusion:
Der Bundesrat droht mit seinen Massnahmen der Schweizer Immobilienmarkt erneut anzuheizen. Langfristig dürften die Preise dagegen massiv sinken.