US-Unternehmen überzeugen; Europa hinkt hinterher
Die Berichtssaison sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks neigt sich dem Ende zu. In den USA müssen nur noch einige wenige Unternehmen ihre Zahlen für das Schlussquartal vorlegen. Auch in der Schweiz und im Rest Europas geht die Saison langsam in ihre finale Phase.
Die Bilanz fällt bisher gemischt aus. In den USA konnten die im S&P500 gelisteten Unternehmen die ansprechende Entwicklung der Vorquartale auch im Weihnachtsquartal fortsetzen. Gut 75% der vorgelegten Gewinne lagen über den Erwartungen. Bisher scheinen die US-Unternehmen gegenüber dem starken US-Dollar sowie den geopolitischen Unsicherheitsherden immun zu sein. Ein trüberes Bild geben bisher die Unternehmen aus Europa ab. So konnten von den im Schweizer SMI gelisteten Unternehmen lediglich ein Fünftel die Erwartungen schlagen. Die grosse Masse konnte die Markterwartungen zumindest treffen. In Resteuropa hinken die Grosskonzerne aus dem Euro Stoxx 600 in der Berichtssaison noch hinterher – erst gut 50% der im Index aufgeführten Unternehmen haben ihre Zahlenkränze bisher präsentiert. Insgesamt spiegelt sich in den Quartalszahlen die leichte konjunkturelle Delle in der zweiten Jahreshälfte 2014 wider. Lediglich 37% konnten mit ihren Gewinnausweisen positiv überraschen, 27 Prozent enttäuschten, 36 Prozent lagen im Rahmen der Erwartungen. Wenig Überraschendes gab es auch bezüglich der Umsatzentwicklung. Gut zwei Drittel der ausgewiesenen Erlöse waren „in-line“ mit den Erwartungen. Zu den Gewinnern gehörten Firmen mit hohem US-Exposure und internationalem Exposure – sie profitieren vom schwachen Euro. Für das laufende Jahr geht die Analystenzunft mit einer etwas weniger dynamischen Entwicklung aus als bisher erwartet wurde. Die durchschnittlichen Gewinnprognosen für die Unternehmen im Euro Stoxx 600 sind in den vergangenen Wochen um 4.2% gesenkt worden. Insgesamt wird für 2015 nun mit einer durchschnittlichen Gewinnausweitung von 6% gerechnet, was aus unserer Sicht eher konservativ erscheint. Angesichts des schwachen Euros und des nach wie vor tiefen Ölpreises rechnen wir mit einer leicht höheren Gewinnausweitung um die 8%. Auch für Schweizer Unternehmen blicken wir etwas optimistischer in die Zukunft als auch schon. Die starke Erholung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken in den letzten Wochen dürfte die negativen Währungseffekte durch die Frankenfreigabe abmildern. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass sich das Währungspaar im Bereich um 1.1000 einpendeln wird – mit Tendenz in Richtung 1.1500. Angesichts dessen revidieren wir unsere ursprüngliche Prognose von einem Nullwachstum im Jahr 2015 leicht nach oben und erwarten neu ein kleines Gewinnwachstum von 2% – wobei wir das positive Überraschungspotenzial deutlich höher sehen als jenes auf der negativen Seite.
Konklusion:
Wir halten an unserer bisherigen Positionierung fest und übergewichten Aktien aus dem Euro-Raum und den USA. Auch das Schweizer Aktienmarktumfeld hellt sich auf.
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