SNB sieht den Tiefpunkt im ersten Halbjahr 2015 erreicht
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrem geldpolitischen Kurs unverändert fest. Die Währungshüter lassen gemäss ihrer jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor bei minus 1.25 bis minus 0.25%. Der Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bleibt bei minus 0.7.5% und die Freibeträge bleiben unverändert. Insgesamt malt die SNB ein weniger düsteres Bild der näheren Zukunft, als man es nach der Frankenfreigabe (zum Euro) Mitte Januar hätte erwarten können. Nachdem die Schweizer Wirtschaft im vierten Quartal 2014 nochmals stärker als erwartet gewachsen, muss die SNB aufgrund der Frankenaufwertung ihre ursprüngliche Wachstumsprognose von 2% für das laufende Jahr deutlich nach unten revidieren. Sie rechnet für das Gesamtjahr mit einer Zunahme des BIP in Höhe von 1%, wobei vor allem das erste Halbjahr eine spürbare Wachstumsdelle aufweisen dürfte.
Anziehende Weltwirtschaft stützt auch die Schweiz
Dies entspricht in etwa unseren Erwartungen. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass das BIP im ersten Halbjahr im besten Fall ein Minimalwachstum ausweisen wird. Nachdem sich EUR/CHF mittlerweile aber wieder deutlich über Parität eingependelt hat, gehen wir nicht mehr davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft in eine Rezession abgleiten wird. Ein Negativwachstum im ersten Quartal 2015 halten wir aber für nicht ausgeschlossen. Einerseits rechnen wir damit, dass sich der Franken im Vergleich zum Euro aufgrund der unterschiedlichen Wachstumsperspektiven bis Ende des Jahres bei 1.10 einpendelt. Der negative Einlagezins sowie die sich erholende Konjunktur in Europa sollten den Euro aufwerten lassen – trotz der EZB-Milliarden. Darüber hinaus dürften die Unternehmen bis Mitte des Jahres entsprechende Schritte unternommen haben, um die negativen Folgen der Frankenaufwertung abzufedern. Die SNB erwartet aufgrund der Entwicklung an den Währungsmärkten, eine kurzfristige deutliche Unterauslastung der Schweizer Produktionskapazitäten, was sich in einem moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit widerspiegeln dürfte.
Dass die Frankenaufwertung weniger drastische Folgen haben wird als erwartet, ist nicht zuletzt auf das sich aufhellende Konjunkturumfeld in Europa zurückzuführen – die Lage in der Ukraine sowie die anhaltenden Spannungen zwischen der Eurozone und Griechenland bleiben die grössten Risiken. Eine für die europäische Konjunktur erfreuliche Nachricht ist, dass die EZB mit ihren Massnahmen, um die Kreditvergabe der Banken anzuheizen, Erfolg zu haben scheint. Gemäss SNB konnte eine Entschärfung der bisher sehr restriktiven Kreditbedingungen seitens der europäischen Banken beobachtet werden. Dies dürfte die Zweifel am Erfolg des Anleihenkaufsprogramms der EZB verkleinern.
Konklusion:
Wir schliessen ein negatives Q1-Wachstum nicht aus. Allerdings stützt die anziehende Konjunktur in Europa auch die Schweiz. Die Auswirkungen der Frankenfreigabe fallen weniger gravierend aus.
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