
Vorgeschriebene Reserveaufstockungen in Grossbritannien haben das Quartalsergebnis des Schweizer Versicherungskonzerns im ersten Quartal belastet. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn um fast ein Drittel auf USD 607 Millionen. Die britische Regierung hatte im Februar dieses Jahres die sogenannte Ogden-Rate senkte. Sie dient der Berechnung von Forderungen aus Personenschäden und Unfällen, was mit USD 289 Millionen negativ zu Buche schlug. Rechnet man diesen Sonderposten heraus, steigerte Zurich den Betriebsgewinn BOP um 14% auf USD 1.2 Milliarden (inkl. Odgen: USD 928 Millionen), was – selbst inkl. der Odgen-Belastung – über der Konsensprognose lag. Die Prämieneinnahmen stagnierten mit USD 13.4 Milliarden, wobei Zurich in der Kernsparte Schadenversicherung, die für gut zwei Drittel der Prämieneinahmen verantwortlich ist, die Rentabilität bei Ausschluss des Odgen-Effekts steigern konnte. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 0.9 Prozentpunkte auf 97.2%, womit die Zahlungen für Schäden und die Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt sind. Auch punkto Kosten kommt der Versicherungskonzern weiter voran. Diese wurden im ersten Quartal um USD 400 Millionen gesenkt, womit Zurich auf einem guten Weg ist, das angestrebte Ziel, die Kosten bis zum Jahr 2019 um USD 1.5 Milliarden zu senken, erreichen zu können. Die Solvabilitätsquote von 129% liegt deutlich über dem oberen Ende der Zielspanne (100-120%).
Konklusion:
Wir hatten die Aktie in Ausgabe 19/2016 bei CHF 234.40 auf „Kaufen“ heraufgestuft. Da die Bewertungen weiter günstig sind, sollte die Aktie trotz der guten Performance noch Luft nach oben haben.