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Jahr 2022

Zurich Insurance

Der Schweizer Versicherungskonzern hat den positiven Trend, der sich ab Frühjahr 2016 angekündigt hatte, im Abschlussquartal 2016 bestätigt. Der operative Gewinn BOP (Business Operating Profit) lag mit USD 1.1 Milliarden über der Konsensschätzung der Analysten. Dass das Ergebnis nicht noch besser ausfiel, ist der Tatsache geschuldet, dass es im Lebensversicherungsgeschäft und im Nicht-Kerngeschäft weniger gut lief als erwartet. Allerdings darf die Qualität der Gewinnausweitung durchaus bemängelt werden: So stieg der Betriebsgewinn bei den Sach- und Unfallversicherungen vor allem aufgrund von Währungseffekten und Immobiliengewinnen. Das bessere BOP bei Farmers ist auf Pensionsplankürzungen zurückzuführen. Auf Gesamtjahressicht stieg das BOP um 55% auf USD 4.53 Milliarden. Der Reingewinn schnellte sogar um 74% auf USD 3.21 Milliarden in die Höhe. Der Gesamtumsatz von Zurich Insurance belief sich mit USD 67.9 Milliarden in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Im Nichtleben-Geschäft (General Insurance) sanken die Prämieneinnahmen um 3% auf USD 33.1 Milliarden, im Leben-Geschäft (Global Life) stieg das Geschäftsvolumen um 5% auf USD 30.3 Milliarden.
Zurich-Chef Mario Greco sprach mit Blick auf das Jahresergebnis von einer sehr guten Basis, um die Ziele 2019 zu erreichen. Unter anderem will die Gruppe die Kosten um USD 1.5 Milliarden senken – ausgehend vom Niveau von 2015. 300 Millionen USD davon seien 2016 geschafft worden, hiess es. „Somit haben wir das geliefert, was wir versprochen haben“, kommentierte dies der Konzernchef. Aus unserer Sicht hätte es aber durchaus ein bisschen mehr sein dürfen. Insgesamt sind die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr zwar etwas höher als erwartet, aber die Restrukturierungen verlaufen doch etwas langsamer als dies von den Marktteilnehmern erwartet wurde. Ein Risiko ist zudem die aus unserer Sicht sehr optimistische Konsenserwartung für den Nettoprämienumsatz (NEP) bei den Sach- und Unfallversicherungen. Dies könnte dazu führen, dass in den kommenden Wochen kleinere Korrekturen nach unten für den Betriebsgewinn bei den Sach- und Unfallversicherungen anstehen könnten. Wir hatten die Aktie in Ausgabe 19/2016 bei CHF 234.40 auf „Kaufen“ heraufgestuft. Gut 18% hat das Papier seitdem zulegen können. Wir halten an unserer Empfehlung fest, da die Aktie für sich gesehen nach wie vor günstig bewertet ist. Im Vergleich zu europäischen Wettbewerbern wie Allianz wird die Zurich-Aktie jedoch mit einem Aufschlag bewertet.
Konklusion:
Zurich bleibt für langfristig orientierte Investoren eine attraktive Anlageopportunität. Kurz- bis mittelfristig bieten Wettbewerber wie Allianz oder Axa das grössere Aufwärtspotenzial.