
Die Covid-19-Pandemie hat in den zurückliegenden Monaten das gesellschaftliche Zusammenleben geprägt. Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter – wenn möglich – ins Home Office. Schüler mussten zur Eindämmung des Virus ins Home-Schooling und der Online-Handel boomte wie zur besten Weihnachtszeit – und das mitten im Frühling. Wie nachhaltig diese Entwicklung wirklich ist, dürfte sich erst in ein oder zwei Jahren abschätzen lassen – wenn ein Impfstoff gefunden werden sollte und dieser für alle zur Verfügung steht. Wir sind jedoch überzeugt, dass die Pandemie vor allem die Digitalisierung im Handel nachhaltig beschleunigt. Immer mehr Menschen erkennen, wie einfach und bequem es ist, Sachen des täglichen Gebrauchs im Internet zu kaufen und sich diese dann bequem nach Hause liefern zu lassen. Dabei sollten Anleger jedoch nicht nur die Branchengrössen wie Amazon oder Alibaba im Blick haben. In den vergangenen Monaten hat sich ein deutlich kleineres Onlinegeschäft noch dynamischer entwickelt: Die Online-Apotheken! In der Summe wuchsen die Erlöse im ersten Quartal 2020 zwar nur um gut EUR 200 Millionen. Welche Wirkung die Pandemie auf das Einkaufsverhalten hat, zeigte sich dann im März: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Umsätze um 90% – Branchenvertreter rechnen auch für die Monate April und Mai mit deutlichen Erlöszuwächsen. Man eile von Auftragsrekord zu Auftragsrekord und arbeite nahe an der Kapazitätsgrenze, hiess es jüngst aus dem Haus der niederländischen Shop-Apotheke. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, Atemschutzmasken, Hygieneartikeln und rezeptfreien Medikamenten ist explodiert – die Menschen kaufen lieber Online, als sich im Geschäft dem Risiko einer Infektion auszusetzen. Auch an der Börse bleiben solche Erfolgsmeldungen nicht lange unbeobachtet. Die Aktie der Schweizer Versandapotheke „Zur Rose“ hat in der Krise 45% an Wert gewonnen. Der Kursanstieg von Shop Apotheke fiel sogar fast doppelt so hoch aus. Anleger sollten die Branche aber nicht nur aufgrund der Pandemie ins Visier nehmen. Denn in den kommenden Jahren dürfte sich das Geschäftsumfeld deutlich aufhellen. Einen gewaltigen Schub könnten Online-Apotheken durch die Einführung elektronischer Rezepte erhalten – Deutschland plant dies für 2022! Nach Ansicht von Analysten könnte dies der Branche den Durchbruch bringen. Zur Rose und Shop Apotheke haben in der aktuellen Gesundheitskrise gezeigt, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert. Und grossen Wettbewerb durch den Aufbau neuer Online-Vertriebskanäle durch klassische Apotheken müssen sie ebenfalls nicht fürchten. Diese Nische haben die beiden Gross-Player erfolgreich besetzt.

Konklusion:
Online-Apotheken sind u.E. wachstumsstarke Nischenplayer, deren Durchbruch kurz bevor steht. Mutige Anleger legen sich einige Papiere von Zur Rose oder Shop Apotheke ins Depot.