
Auf den ersten Blick konnten die jüngst vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr überzeugen. Die Medizintechnikfirma konnte den Umsatz um 20% auf CHF 466.1 Millionen, das operative Ergebnis auf Stufe Ebit um 10% auf CHF 61.1 Millionen und das Konzernergebnis um 13% auf CHF 52.1 Millionen steigern. Der mittelfristige Ausblick hat sich jedoch deutlich stärker eingetrübt, als es die Berner Mitte Februar noch angedeutet hatten. Denn der Ende Juli auslaufende Distributionsvertrag für die Märkte ausserhalb der USA mit Insulet, einem US-Hersteller von Insulinpumpen, belastet das Berner Unternehmen deutlich. Im Februar hatte Ypsomed aufgrund dessen einen Rückgang des Ebit für das nächste Geschäftsjahr (2019/20) in Richtung CHF 40 Millionen in Aussicht gestellt. Nun konkretisierte Ypsomed die Prognose und erwartet neu ein Ebit in der Spanne von CHF 30 Millionen bis CHF 40 Millionen. Im schlechtesten Fall würde sich das Ebit gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr halbieren. Zwar hat Ypsomed mit seinem Produkt „YpsoPump“ einen potenziellen Kassenschlager, der die wegbrechenden Insulet-Umsätze kompensieren kann. Dies wird jedoch Zeit und Investitionen brauchen. Vor allem auf dem wichtigen US-Gesundheitsmarkt muss Ypsomed in den kommenden Monaten eine eigene Vertriebsstruktur aufbauen. YpsoPump soll ab Mitte 2019 den amerikanischen Diabetikern zur Verfügung stehen. CEO Simon Michel rechnet damit, im Geschäftsjahr 2020/21 die Umsatz- und Gewinneinbusse aus dem auslaufenden Distributionsvertrag mit Insulet kompensieren zu können.
Konklusion:
Die Aktie, die gegenwärtig mit einem KGV 2019 von über 30 und einem PEG von 5 gehandelt wird, erscheint angesichts der fehlenden Wachstumsdynamik massiv überbewertet.