Noch gibt es keinen konkreten Termin. Aber die Roadshow des Bürovermieter WeWorks, welches sich jüngst in „The We Company“ unbenannt hat, steht bevor, womit das IPO wahrscheinlich noch in diesem, spätestens aber wahrscheinlich im kommenden Monat über die Bühne gehen soll. WeWork galt über lange Zeit als eines der wertvollsten Start-ups in den USA und wurde noch vor wenigen Wochen mit USD 47 Milliarden bewertet. Doch der glänzende Lack bekommt dunkle Flecken. Mittlerweile rechnet The We Company nur noch mit einer Bewertung von gut USD 20 Milliarden. Lassen Sie es uns deutlich sagen: WeWork erinnert uns an die dunkelsten Epochen der New Economy – es wurde viel versprochen, aber nur wenig davon gehalten. Auch wenn sich The We Company gerne als modernes Start-up präsentiert und Investoren mit einer modernen Business-Plattform ködern will, bleibt das Kern-Geschäftsmodell etwas ziemlich Altbackenes. Letztlich ist es klassische Arbitrage. Büroflächen werden langfristig an- und kurzfristig teurer weitervermietet. „Workspace as a service“, wie der Konzern seine Geschäfte gerne beschreibt, ist nicht viel mehr als ein geschickter Werbeslogan. Nur weil der Vermietungsservice über eine Plattform läuft, macht es aus The We Company noch lange kein High-Tech-Unternehmen. Bei Anlegern, die bereits die Blase um die Jahrtausendwende miterlebt haben, dürfte das Geschäftsmodell von The We Company schlechte Erinnerungen wecken. Denn damals lockte das Unternehmen „Regus“ mit einem ziemlich ähnlichen Geschäftsmodell. Als die Blase platzte und die US-Wirtschaft eine Krise durchmachte, brach auch das stark von Firmenkunden abhängige Regus-Geschäft ein. Die Kunden zogen aus, die Büros standen leer – letztlich mussten Teile von Regus Insolvenz anmelden. Die Muttergesellschaft von Regus, die britische IWG Gruppe, mit Steuersitz in Zug, betreibt das Coworking-Business mittlerweile erfolgreich. IWG betreibt weltweit knapp 3‘300 Standorte mit flexiblen Arbeitsplätzen, Coworking-Spaces und Business-Centers. Die Bürofläche beträgt insgesamt mehr als 4.6 Millionen Quadratmeter. Dagegen ist The We Company mit gerade 560 Locations doch recht zwergenhaft. Zumal IWG Gewinne schreibt. The We Company schrieb 2018 bei einem Umsatz von USD 1.8 Milliarden einen Verlust von USD 1.9 Milliarden. Auch der im August veröffentlichte Börsenprospekt kam bei Analysten nicht gut an. Die Analysefirma Triton bezeichnete den Prospekt als „Meisterstück der Verwirrung“. Es sei nicht mit gängigen Analysemodellen vereinbar, so die Kritik der Analysten. Wichtige Daten würden verschleiert, die jedoch wichtig wären, um die Erfolgs-chancen von We zu verstehen. The We Company schreibt selbst im Börsenprospekt, dass es „auf absehbare Zeit“ nicht profitabel arbeiten werde, wenn es im bisherigen Tempo weiter wachse.
Konklusion:
Anleger sollten das anstehende IPO von The We Company schlicht aus der Agenda streichen. Unsere Erachtens ist es mehr Schein als Sein. Es könnte schnell ein böses Erwachen geben.