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Weight Watchers

Wie viele Analysten hatten auch wir Mitte 2016 das Diät-Unternehmen abgeschrieben. Die Zahlen waren enttäuschend schlecht, den Social-Media-Trend hatte das Unternehmen verschlafen und auch der Einstieg der US-Talkmeisterin Oprah Winfrey im Oktober 2015 konnte der Aktie keinen nachhaltigen Wertanstieg bescheren. Doch Weight Watchers konnte in den zurückliegenden gut zwei Jahren eine Dynamik entwickeln, mit der wir zugegebenermassen in keiner Weise gerechnet hatten. Abzulesen ist dies am Aktienkurs: Anfang Juli 2015 notierte das Papier bei USD 3.97 – heute kostet eine Aktie unglaubliche USD 102. Ein Wertzuwachs von mehr als 2‘200% binnen drei Jahren. Auch wenn der Einstieg von Oprah Winfrey zunächst noch nicht die gewünschte Wirkung zeigte, hat sich das Engagement für Weight Watchers ausgezahlt. Denn spätestens als die Talkmeisterin als potenzielle Herausforderin für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump gehandelt wurde, liess dies auch die Aktie des Diät-Unternehmens in einem neuen Licht erscheinen. Die Mitglieds- und Abonnentenzahlen explodierten in den letzten Quartalen regelrecht. Allein im ersten Quartal 2018 stieg die Kundenzahl um 29% auf 4.6 Millionen. Allein im Online-Segment legte die Kundenzahl um 39% auf 2.9 Millionen zu. Angesichts des starken Jahresauftakts hob das Management sogar die Gewinnprognose für das Jahr 2018 kräftig an. Statt der USD 3.00 pro Aktie will Weight Watchers unter dem Strich nun USD 3.20 je Anteilsschein als Gewinn verbuchen.
Markenbotschafter sind Gold wert
Ein Beweis, dass auch die neue Social-Media-Strategie des Unternehmens – zwar mit einiger Verzögerung – doch aufgeht. Weight Watchers konnte weitere bekannte Stars als Markenbotschafter gewinnen, die über Instagramm oder Twitter ihren Followern ihre Diät-Erfolge zeigten und so kräftig die Werbetrommel für Weight Watchers schlugen. Und die Transformation des Unternehmens geht weiter, wie CEO Mindy Grossman jüngst in der „New York Times“ durchblicken liess. Weight Watcher soll vom Diät-Unternehmen in ein Wellness-Konzern umgewandelt werden. Grossman erhofft sich dadurch vor allem jüngere Menschen ansprechen zu können. Dass die Analysten von JP Morgan die Weight Watchers Aktie jüngst in einer Ersteinschätzung mit „Overweight“ einstufte, entbehrt zwar nicht einer gewissen Komik. Aber es zeigt, dass der Konzern mittlerweile auch bei Analysten hoch angesehen ist.
Aktie ist ausgereizt
Nach der starken Kursrallye – allein seit dem Jahreswechsel hat das Papier gut 130% zugelegt – erscheint uns die Aktie jedoch ausgereizt. Der Turnaround ist gelungen und vollständig im Aktienkurs eingepreist. Auf Basis des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns wird die Aktie mit einem KGV von über 35 gehandelt. Das KGV 2019 liegt immer noch bei ambitionierten 27.2. Damit scheinen die Wachstumsaussichten des Unternehmens aber vollständig im Aktienkurs enthalten. Das Ebit dürfte sich 2018 um gut 52% auf USD 408 Millionen verbessern. Im kommenden Jahr ist mit einem weiteren Anstieg von rund 18% auf USD 482 Millionen zu rechnen. Die Aktie scheint somit ausgereizt zu sein – ein Neuinvestment drängt sich nicht mehr auf. Investierte Anleger sollten die Gewinne laufen lassen und sich mit einem „Trailing Stop-Loss“, welches gut 15% unter dem Hoch angesetzt werden sollte, absichern.
Konklusion:
Wir haben den Zug bei Weight Watchers – leider – verpasst. Für einen Neu-Einstieg erscheint es uns aufgrund der hohen Bewertung mittlerweile zu spät.