
Die Anfang August vorgelegten Zahlen für das fiskalische dritte Quartal waren im Rahmen der Erwartungen und das Management äusserte sich recht positiv, was die Zukunft des Konzerns angeht. Dennoch stossen die eigentlich guten Aussichten derzeit auf wenig Gegenliebe auf Seiten der Aktionäre. Derzeit haben die Inves-toren vor allem die TV-Sparte als grosses Sorgenkind im Konzern ausgemacht (42% des Konzernumsatzes, gut ein Drittel des Konzerngewinns). Vor allem der Sportsender ESPN verliert zunehmend Abonnenten, was Anleger an der Zukunftsfähigkeit des Pay-TV zweifeln lässt. Vor gut zweieinhalb Jahren zählte ESPN noch 99 Millionen Abonnenten, zuletzt waren es nur noch 88 Millionen. Wir sehen jedoch auch grosse Chancen: Denn eine Zusammenarbeit mit Amazon oder Facebook wäre eine Win-Win-Situation. ESPN könnte hohe Zusatzeinnahmen generieren, während Amazon/Facebook hochwertigen Content erhält, wodurch die Nutzer länger auf der Homepage gehalten werden könnten, was wieder das Werbegeschäft weiter ankurbeln könnte. Zudem wird an der Börse anscheinend vergessen, dass Walt Disney mehr als nur auf dem TV-Geschäft gründet. Disneys Sparte Studio Entertainment liefert einen Blockbuster nach dem anderen ab (Star Wars, Dschungelbuch, The Avengers) und das Geschäft mit den Disney-Parks läuft wie geschmiert. Die Aktie des Konzerns ist historisch günstig bewertet und preist die Schwäche im TV-Geschäft überverhältnismässig stark ein.
Konklusion:
Die Sorgen um das TV-Geschäft drücken weiter auf den Aktienkurs. Aus unserer Sicht bietet Disney jedoch weit mehr als nur den Sportsender ESPN. Dies wird derzeit nicht berücksichtigt.