
Über weite Strecken des vergangenen Jahres kannte die Aktie des amerikanischen Unterhaltungskonzerns nur eine Richtung: südwärts. Zwischen Anfang Mai bis Anfang November verlor der Titel im Tief fast 15% an Wert. Vor allem die schwache Entwicklung des Pay-TV-Sportkanals ESPN belastete die Walt Disney Sparte „Media Networks“ (Kabelfernsehen & Broadcasting) deutlich. So sanken beispielsweise die Umsätze im Kabelfernsehen um gut 7% auf USD 3.95 Milliarden. Das operative Ergebnis brach sogar um 13% auf USD 1.44 Milliarden ein. Das Problem: Die Sparte „Media Networks“ macht gut 40% des Konzernumsatzes aus. Im zurückliegenden Gesamtgeschäftsjahr entfielen insgesamt USD 23.6 Milliarden des Gesamtumsatzes von USD 55.6 Milliarden auf diese Sparte. Vor allem Streaming-Angebote im Internet wie beispielsweise „Netflix“ oder der Internet-Sportkanal „DAZN“ konkurrenzieren das klassische Pay-TV-Angebot massiv.
ESPN überschattet alles
Die schwache Entwicklung des Pay-TV-Geschäfts von Walt Disney überlagerte die gute Entwicklung in den anderen wichtigen Geschäftssparten „Themenparks“ und „Studio-Unterhaltung“. Die Disney-Themenparks erfreuen sich eines ungebrochenen Zuspruchs. Donald Duck und Goofy bleiben trotz Pokemon-Hype wahre Zuschauermagnete. Der Umsatz stieg im zurückliegenden Geschäftsjahr leicht auf USD 16.9 Milliarden, das operative Ergebnis kletterte sogar um starke 9% auf USD 3.29 Milliarden.
Noch besser lief es in der Sparte „Studio-Unterhaltung“. Mit seinen Kinokassenschlagern „Captain America“, „Findet Dorie“, „Zootopia“, „Das Dschungelbuch“ und zuletzt „Stars Wars: Rogue One“ hat Disney die anderen Studios punkto Einspielergebnisse regelrecht abgehängt.
Kehrtwende an der Börse
Anfang November setzte an der Börse jedoch eine grundlegende Trendwende ein. In den zurückliegenden gut zweieinhalb Monaten hat das Papier – trotz der anhaltenden Schwäche im Kabelgeschäft – satte 18% zugelegt. Einerseits rückte der überwältigende Erfolg des Kinogeschäfts in den Fokus der Anleger. Andererseits scheint im traditionsreichen Konzern ein Tabu zu fallen. Auf dem Handelsparkett und innerhalb des Konzerns wird derzeit heftig über die Zukunft des Sportkanals und Pay-TV-Senders ESPN diskutiert. Mächtige Stimmen sprechen sich mittlerweile für den Verkauf oder für die Abspaltung des Senders vom Mutterkonzern aus. Wir würden einen Börsengang von ESPN favorisieren.
Konklusion:
Die Aktie des amerikanischen Unterhaltungskonzerns könnte 2017 zu den grossen Gewinnern zählen. Wir empfehlen, das Papier unseres Musterdepotwertes zu halten.