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Walt Disney

Die Hoffnung auf einen bald zur Verfügung stehenden Impfstoff gegen Sars-CoV-2 hat auch der Aktie des Unterhaltungskonzerns Walt Disney jüngst kräftigen Rückenwind gegeben. Aus fundamentaler Sicht bleibt die Lage des US-Konzerns hingegen trübe. Die Pandemie bzw. die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Virusausbreitung drücken massiv aufs Buiness. Vor allem das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten, welches in normalen Zeiten der wichtigste Gewinnbringer des Konzerns ist, leidet unverändert stark. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal in dieser Sparte im dritten Quartal 2020 um gesamthaft 61% auf USD 2.6 Milliarden zurück. Unter dem Strich resultierte ein Spartenverlust von USD 1.1 Milliarden. Und Besserung ist zumindest auf absehbare Zeit keine in Sicht. Vergnügungsparks dürften wegen der Pandemie noch viele Monate geschlossen bleiben – daran ändert auch ein Impfstoff nichts. Denn es wird Monate, wenn nicht sogar Jahre brauchen, bis eine ausreichend grosse Immunität in der Weltbevölkerung aufgebaut ist. Gleiches gilt auch für das Kreuzfahrtbusiness. Auf Konzernebene sank der Umsatz im abgelaufenen Quartal um 23% auf USD 14.7 Milliarden. Der Verlust in Q3 belief sich auf USD 710 Millionen nach einem Gewinn von USD 777 Millionen in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Im Vorquartal hatte Disney allerdings noch ein Minus von USD 4.7 Milliarden melden müssen. Ein kleiner Lichtblick bleiben die klassische Kabelsparte, die Filmsparte und die Streamingdienste, wie Hulu oder „Disney+“. Letzterer konnte starke 74 Millionen Abonnenten melden. In der Summe schreiben die Streamingservices aber weiter rote Zahlen (minus USD 580 Millionen). Die Kabel- und die Filmsparte konnten sogar einen Gewinn erwirtschaften. Auch wenn die Zahlen insgesamt besser ausfielen als erwartet, ist eine nachhaltige Wende zum Besseren noch nicht in Sicht. Disney wird Jahre brauchen, um sich von dem Rückschlag zu erholen. Denn selbst wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht, dürften viele Menschen aus Angst vor dem Virus weiter zögern, schnell zu ihrem „alten, unbeschwerten“ Leben zurückzufinden. Daher werden vor allem die Geschäfte mit den Vergnügungsparks und den Kreuzfahrten nur sehr langsam wieder anlaufen.

Konklusion:
Wir bleiben mit Blick auf den amerikanischen Unterhaltungskonzern sehr zurückhaltend. Disney wird Jahre brauchen, um sich vom Pandemie-Schock zu erholen. Wir sehen bessere Alternativen.