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Walt Disney

Anleger haben mit Blick auf den amerikanischen Unterhaltungskonzern Walt Disney für den Moment ihre Skepsis abgelegt – trotz mieser Quartalszahlen. Denn die Pandemie hat den operativen Abwärtstrend bei Walt Disney nochmals beschleunigt. Die Erlöse brachen im zweiten Quartal um 42% auf USD 11.8 Milliarden ein. Unter dem Strich resultierte ein Minus von USD 4.7 Milliarden. Und wesentliche Besserung ist zumindest für den Moment noch nicht erkennbar. Die Kreuzfahrtschiffe liegen weiter im Trockendock und ob die wiedereröffneten Themenparks und Resorts lange aufbleiben, scheint angesichts des Pandemiegeschehens mehr als fraglich. Für einen kleinen Euphorieschub sorgte vor allem das starke Wachstum beim Streamingdienst „Disney+“, der seit dem Start im November 2019 bereits mehr als 60 Millionen Abonnenten zählt. CEO Bob Chapek sprach von einem „unglaublichen Erfolg“ des Service. Natürlich ist der Erfolg von „Disney+“ ein Lichtblick in diesen dunklen Zeiten – überraschend ist der Erfolg aber nicht. Schliesslich waren die Menschen durch den weltweiten Lockdown über viele Monate mehr oder weniger in ihren eigenen vier Wänden „gefangen“. Auch Haupt-Wettbewerber Netflix konnte im zweiten Quartal überraschend viele Neukunden gewinnen. Der Erfolg des Disney-Dienstes basiert u.E. aber vor allem auf kostenlose Lockangebote und Schnäppchenpreise, womit die Sparte noch stark defizitär ist. Ob es Disney wirklich gelingt, für den Marktführer Netflix gefährlich zu werden, bleibt abzuwarten.

Konklusion:
Wir können uns der jüngst entfachten Euphorie nicht anschliessen. Der Erfolg von „Disney+“ ist lobenswert, kann aber über die trüben Aussichten für den Rest des Konzerns nicht hinwegtäuschen.