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Walt Disney

Wir stufen den amerikanischen Unterhaltungskonzern Walt Disney auf „Verkaufen“ zurück und haben in der zurückliegenden Berichtswoche die Aktie mit Verlust glattgestellt. Angesichts der Pandemieentwicklung in den USA sind unsere Sorgen, dass der Konzern auf mittlere Sicht in Schräglage geraten könnte, deutlich gestiegen. So musste Walt Disney jüngst mitteilen, dass die Wiedereröffnung des Vergnügungsparks in Kalifornien verschoben werden muss, da der Bundesstaat noch keine Richtlinien für die Inbetriebnahme vorgelegt habe. Zwar will der Konzern andere Themenparks, wie Disneyland in Paris ab dem 15. Juli oder Disney World Resorts in Florida am 11. Juli, wie geplant öffnen. Allerdings mahnt das Pandemiegeschehen zur Vorsicht. In den USA schnellen aktuell die Infektionszahlen erneut in die Höhe. Die Gesundheitsbehörde CDC mahnte an, dass es zu neuen Ausgangsbeschränkungen kommen könnte, wenn sich die Infektionszahlen nicht verringern. Die Gefahr, dass einer der Themenparks zu einem Corona-Hotspot werden kann, ist real. Auch im Ausland dürften die Behörden das Infektionsgeschehen in den USA genau beobachten und ggf. die Wiedereröffnung der Themenparks verbieten. Auch das Kreuzfahrtgeschäft dürfte bei Disney auf absehbare Zeit nicht wieder an Fahrt aufnehmen. Die ersten grossen Kreuzfahrtveranstalter haben bereits mitgeteilt, dass die Schiffe wahrscheinlich auch im gesamten dritten Quartal an den Liegestellen festsitzen. Die Schliessung der Ferienresorts, Freizeitparks und des Kreuzfahrtgeschäfts hat den Konzern Milliarden an US-Dollar gekostet. Bereits in Q1 sackte der Gewinn um 90% ein, wobei der Lockdown damals erst wenige Wochen wirkte. Die Q2-Zahlen haben angesichts der Entwicklung im April und Mai regelrechtes Schreckenspotenzial. Sollte Disney die Parks und Resorts noch länger geschlossen halten und auch das Kreuzfahrtgeschäft nicht wieder in die Gänge kommen, scheint uns eine Insolvenz des amerikanischen Traditionskonzerns nicht mehr ausgeschlossen. Angesichts dieser grossen Risiken ziehen wir die Reissleine.

Konklusion:
Der Erfolg im Streaminggeschäft ist beachtenswert, aber bei weitem nicht genug, um die Verluste in anderen Sparten auszugleichen. Wir ziehen Walt Disney den Stecker und realisieren den Verlust!