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Jahr 2022

Volkswagen

Jetzt gibt der deutsche Autobauer punkto Elektromobilität richtig Gas. Das Aufsichtsgremiun gab jüngst grünes Licht für den Aufbruch in eine neue Ära. Bis zum Jahr 2023 sollen den Plänen nach rund EUR 70 Milliarden in die Forschung und Entwicklung fliessen. EUR 34 Milliarden davon fliessen dabei in die aktuellen Zukunftsthemen der Autoindustrie: Elektroantriebe, Digitalisierung inkl. des autonomen Fahrens und neue Mobilitätsdienste. CEO Matthias Müller hat dabei ein klares Ziel vor Augen: Bis zum Jahr 2025 will er VW zur weltweiten Nummer eins in der Elektromobilität machen. Bis 2025 soll jedes vierte neue Fahrzeug des Konzerns batteriebetrieben angetrieben sein. 2030 soll die gesamte Fahrzeugpalette – wir sprechen hier von 300 Modellen – auch in einer elektrischen Variante angeboten werden. Nach Jahren, in denen der Konzern die Themen Elektromobilität und Digitalisierung etwas stiefmütterlich behandelte (man war schliesslich auch mit der Aufarbeitung des Abgasskandals beschäftigt), schaltet der Konzern nun in den Angriffsmodus. In China, wo die Regierung bereits eine E-Quote für Neuwagen ab dem Jahr 2019 eingeführt hat, gibt VW ebenfalls Gas. Gemeinsam mit chinesischen Partnern investiert VW in den kommenden sieben Jahren EUR 10 Milliarden. Bis zum Jahr 2025 sollen rund 40 Modelle mit einem alternativen Antrieb auf den Markt gebracht werden – 25 mehr als bisher vorgesehen war. Bereits im Jahr 2020 will VW in China 400‘000 E-Autos verkaufen, 2025 sollen es dann bereits 1.5 Millionen Fahrzeuge sein. Besonders positiv ist, dass die Investitionsquote bis zum Jahr auf 6% fallen soll. Im vergangenen Jahr belief sich diese Quote noch auf 6.9% und ist im Jahresverlauf bereits auf 6.6% gesunken. Demnach dürfte VW versuchen, das absolute Volumen der Investitionen stabil zu halten, während der Umsatz stetig steigt. Damit setzt der VW-Konzern deutlich stärker auf den Zukunftsmarkt als andere Hersteller. Zugleich haben die Wolfsburger ihre mittelfristigen Ziele jüngst deutlich erhöht. Der Umsatz soll bis zum Jahr 2020 um über 25% wachsen (im Vergleich zum Jahr 2016). Im Frühjahr hatte der Autokonzern ein mittelfristiges Umsatzwachstum von etwa 20% in Aussicht gestellt. Ähnlich wie der Umsatz soll auch das Ergebnis vor Steuern um oder mehr als 30% zulegen, im März dieses Jahres wurde nur ein Zuwachs von mindestens 25% angepeilt. Bestätigt wurden die Pläne für die Ausschüttungsquote. Für das Jahr 2020 wird eine Quote von 30% angepeilt. Vergangenes Jahr lag die Quote bei 20%. Nach schwierigen Jahren scheint im Konzern wieder Optimismus zu herrschen. Der Abgasskandal ist mehr oder weniger abgehakt und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft werden gestellt. Wir ändern unser Rating von „spek. Kaufen“ auf „Kaufen“, womit die Aktie auch für risikoscheue Investoren wieder interessant ist.
Konklusion:
VW setzt mit seinen Investitionen voll auf die Elektrozukunft des Autos. Zugleich erhöht der Konzern seine mittelfristigen Ziele teilweise deutlich. Kaufen Sie den Titel!