
Der Streit mit den Zulieferern ist fürs Erste beigelegt. Zudem haben die Wolfsburger im Abgasstreit eine Einigung mit den US-Autohändlern gefunden, die VW gut EUR 1.4 Milliarden kosten wird. Ist die Zeit also reif, um nun die Aktie zu kaufen? Wir bleiben skeptisch. Denn noch existieren viele Unwägbarkeiten, die den Aktienkurs nachhaltig belasten könnten. 1. Vergleich in den USA: Zwar hat VW bereits im April eine Grundsatzeinigung für einen Vergleich erzielt, wonach VW USD 14.7 Milliarden für Kunden und den Staat berappen muss. In trockenen Tüchern ist der Deal aber noch nicht. Bis Mitte September können sich die Betroffenen jetzt entscheiden, ob sie den Vergleich annehmen, oder ob sie weiter klagen. Bereits wollen mehrere Bundesstaaten eine neue Klage gegen VW einreichen, die nicht von dem erzielten Vergleich gedeckt werden. Nicht zuletzt ermitteln die US-Behörden noch gegen VW wegen krimineller Vergehen. Hinzu kommt, dass sich nun auch deutsche Gerichte mit VW befassen. Das Bundesland Bayern will gegen VW klagen. Es geht dabei um Forderungen von EUR 700‘000 des bayrischen Pensionsfonds. 2. Die Ratingagenturen: Noch immer drohen dem Konzern weitere Herabstufungen durch die grossen Ratingagenturen, was die Refinanzierungskosten steigen lassen könnte. 3. Der Imageschaden: Es bleibt abzuwarten, ob die Kunden schnell wieder Vertrauen zu VW aufbauen werden und den Dieselskandal bereits 2017 abhaken – vor allem in den USA, wo VW ohnehin einen schweren Stand hatte, rechnen wir nicht mit einer raschen Belebung.
Konklusion:
Wir raten nach wie von Aktieninvestments in VW ab. Die Unsicherheiten sind gross und der Dieselskandal wird den Konzern noch eine Weile begleiten.