
2020 war für Europas grössten Autobauer ein Wechselbad der Gefühle. Als die Sars-CoV-2-Pandemie begann und die Welt für einen Moment Still stand, schien auch VW in den Seilen zu hängen. Doch bereits der Sommer 2020 zeigte, dass sich die Autobranche schnell vom operativen Crash im Frühjahr 2020 erholen würde. Eine Entwicklung, welche sich im Schlussquartal anscheinend nochmals akzentuierte. Die Krise ist verdaut, wenn auch nicht ganz abgehakt. Unter dem Strich resultierte beim Autobauer ein Gewinn von EUR 8.8 Milliarden – das ist zwar deutlich weniger als im Jahr 2019, als VW noch ein Nachsteuer-Ergebnis von EUR 14 Milliarden präsentieren konnte. Angesichts der Begleitumstände ist das Ergebnis 2020 jedoch positiv zu werten. Dennoch zeigt der vorläufige Zahlenkranz, dass der Konzern die Krise hart zu spüren bekam. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen – wie nach dem Abgasbetrug auflaufende Rechtskosten – landete bei EUR 10.6 Milliarden. Im Vorjahr waren es noch fast doppelt so viel. Der Umsatz betrug EUR 222.9 Milliarden, die Auslieferungen erreichten die Marke von 9.3 Millionen Fahrzeugen. 2019 glänzte Volkswagen noch mit Erlösen in Höhe von EUR 252 Milliarden und knapp 11 Millionen verkaufte Autos. Dennoch schlug sich Volkswagen mit diesem Ergebnis unseres Erachtens deutlich besser als viele der Wettbewerber. Vor allem das operative Ergebnis stufen wir angesichts der Umstände als stark ein. Dass Volkswagen einen eher vorsichtigen Ausblick auf das laufende Jahr abgab, führen wir auf zwei Faktoren zurück: Das Pandemiegeschehen ist weiter unvorhersehbar. Zwar sind die Impfkampagnen vielversprechend und sprechen für eine sich beschleunigende Konjunkturerholung ab dem zweiten Halbjahr 2021. Allerdings könnten Rückschläge bei den Impfkampagnen durch bspw. neue, gefährlichere Virusmutationen diese Fortschritte schnell zunichtemachen. Zudem bleibt der Chipmangel ein zentrales Thema für die gesamte Industrie, welche kurzfristig die Produktion in den Werkshallen ausbremsen könnte.
Konklusion:
VW hat die Krise des Jahres 2020 inzwischen verdaut. Zwar bleiben einige Faktoren, die das Geschäftsjahr 2021 trüben könnten. Die mittel- bis langfristigen Aussichten sind dennoch intakt.
(red./mda)