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Jahr 2022

Volkswagen Vz.

Den grössten Risikofaktor hat der Autobauer aus dem Weg schaffen können: Die Wolfsburger Autobauer haben sich mit den amerikanischen Behörden auf eine Zahlung von USD 4.3 Milliarden geeinigt, um den Dieselabgaskandal beizulegen. Volkswagen musste sich zudem der Verschwörung und der Behinderung der US-Justiz schuldig bekennen – ein solches Vorgehen kennen Marktbeobachter bereits aus der Aufarbeitung der US-Finanzkrise bzw. des anschliessenden Steuerstreits. Zwar drohen dem Konzern auch in anderen Ländern weitere Rechtsstreitigkeiten. Jedoch scheinen die finanziellen Auswirkungen dieser Verfahren überschaubar. Stand heute gehen wir davon aus, dass der Dieselabgasskandal den Konzern unter dem Strich insgesamt zwischen EUR 16 Milliarden bis EUR 18 Milliarden belasten wird, was durch die bisher erfolgten Rückstellungen des Konzerns gedeckt ist. Allerdings sollte bedacht werden, dass vor allem in den USA noch Klagen von Privatpersonen und auch Krankenversicherungen drohen könnten, die die Gesamtsumme des Skandals nochmals erhöhen könnten. Wir gehen jedoch davon aus, dass diese selbst im schlechtesten Fall nicht existenzgefährdend für den Konzern werden und wahrscheinlich aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden dürften.
Auch wenn der Hauptrisikofaktor mittlerweile aus der Welt geschaffen wurde, bleiben wir mit Blick auf Volkswagen bzw. den gesamten Sektor skeptisch. Einerseits rechnen wir in China damit, dass die steuerlichen Anreize, die die Regierung in Peking etablierte, um die Industrie zu stützen, an Zugkraft verlieren. Nachdem der chinesische Gesamtmarkt 2016 nach Angaben des Banchenverbandes um 16% wuchs, gehen wir für das laufende Jahr nur noch von einem hohen einstelligen Wachstum aus. Da VW bereits im vergangenen Jahr mit +14% langsamer wuchs als der Gesamtmarkt, dürfte das Plus angesichts der sich verflachenden Absatzkurve im Jahr 2017 nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Zusätzlichen Gegenwind dürfte VW zudem in den USA spüren. Einerseits wirkt der Dieselskandal weiter nach – bereits 2016 verkaufte VW 7.6% weniger Autos. Viel wichtiger ist andererseits jedoch, dass selbst in einem erwarteten stagnierenden US-Automarkt im Jahr 2017 die ausländischen Produzenten Marktanteile verlieren. Wir führen dies auf den neuen „Amerikanismus“ nach der Wahl von Donald Trump zurück. „America First“ dürfte auch bei den amerikanischen Verbrauchern Spuren hinterlassen. Auch wenn die zyklischen Risiken in den vergangenen Monaten gesunken sind, schiesst der Optimismus am Markt auf einen neuen Boom über das Ziel hinaus.
Konklusion:
Wir rechnen 2017 für die europäische Autobranche bestenfalls mit einer Stagnation. Den herrschenden Marktoptimismus teilen wir nicht. Wir empfehlen, die Aktie von VW zu verkaufen!