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Volkswagen

Vor ziemlich genau 60 Jahren wandelt sich Volkswagen in eine Aktiengesellschaft um. Nun steht beim Autobauer aus Wolfsburg der nächste Evolutionsschritt an: Der nachhaltige Vorstoss in die Elektromobilität. Seit Ende vergangenen Jahres wird in Zwickau die erste Elektro-Grossserie gefertigt. Der „ID.3“ soll für den Weltkonzern den Durchbruch bringen. Der Name ID.3 steht dabei für die Idee eines dritten Volkswagen für die Massen – nach dem Käfer und dem Golf soll nun der ID.3 in die Erfolgsspuren der Vorgänger einschwenken. Allerdings kämpften die Wolfsburger in den vergangenen Monaten mit ein paar „Kinderkrankheiten“ – immer wieder warfen vor allem Software-Probleme den Hoffnungsträger zurück, wodurch der ursprünglich für diesen Sommer geplante Launch des Modells verschoben werden musste. Nun soll der ID.3 ab September die Herzen der Konsumenten erobern. Gemessen an den Bestellungen und Verkaufszahlen ist der Start in die Elektromobilität gelungen. VW hat nach eigenen Angaben bereits 30‘000 Stück des „Volksstromers“ verkauft. Neben dem ID.3 soll auch zeitnah die SUV-Variante ID.4 auf den Markt kommen. Die ursprünglich geplante Produktion von 100‘000 Stück in diesem Jahr ist aber nach den Startproblemen kaum zu erreichen. Analysten erwarten, dass VW wahrscheinlich nur 50‘000 Stück der ID.3- und ID.4-Modelle produzieren kann. Im nächsten Jahr dürfte VW dann aber richtig Gas geben. Die Analysten der NordLB rechnen damit, dass VW bereits 2021 gut eine halbe Million E-Autos fertigen wird. Und die Pläne des Konzerns sind hoch. Bis 2024 will VW Marktführer im Elektrobereich sein. 2025 sollen jährlich 1.5 Millionen E-Fahrzeuge produziert werden. VW avanciert damit zum weltweit grössten Tesla-Jäger. Gemessen an den Stückzahlen könnte VW bereits im nächsten Jahr auf Augenhöhe mit Tesla sein, wobei ein Zeithorizont von zwei Jahren wahrscheinlicher erscheint. Noch besitzt Tesla mit der zentralen Software und der Produktion eigener Batterien einen strategischen Vorteil. Aber VW holt mächtig auf, was auch auf die horrenden Investitionen in den E-Bereich von EUR 33 Milliarden bis 2024 zurückzuführen ist. Eine schwere Bürde, denn der Konzern gilt laut Janus Henderson mit einem Schuldenberg von EUR 192 Milliarden als höchstverschuldeter Konzern weltweit. Der Erfolg der Elektrosparte ist demnach essenziell für die Zukunft.

Konklusion:
Die Elektro-Offensive des Wolfsburger Autokonzerns kommt ins Rollen. VW schwingt sich damit zum grössten Tesla-Jäger weltweit auf.