
Spätestens seit der Aufnahme in den österreichischen Leitindex ATX Mitte März ist der „Erwin Pröll Vienna International Airport“, wie der Flughafen Wien künftig offiziell heisst, in den Fokus zahlreicher Anleger gerückt. Denn die Geschäfte laufen rund und die Aussichten sind gut. Mit den Ergebnissen für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2016 konnte der Flughafen die Erwartungen der Analysten toppen, wobei sich vor allem die Beteiligung am Flughafen Malta positiv bemerkbar machte. Dessen Ergebnisbeitrag war deutlich höher als erwartet. Der Flughafen Wien steigerte 2016 das Passagieraufkommen um 2.5% auf 23.4 Millionen – ein Rekordergebnis. Inklusive der Beteiligungen Malta Airport und Flughafen Kosice verzeichnete die Flughafen-Wien-Gruppe 28.9 Millionen Passagiere. Für 2017 gab sich der Flughafen verhalten optimistisch. Auf Gruppeneben wird ein Passagierwachstum zwischen 1% bis 3% erwartet. Dementsprechend wird eine Steigerung beim Umsatz auf mehr als EUR 740 Millionen erwartet und eine Steigerung beim EBITDA auf über EUR 315 Millionen angepeilt. Das Ergebnis nach Steuern wird aus heutiger Sicht bei mindestens EUR 120 Millionen liegen. Die Nettoverschuldung des Unternehmens soll weiter auf unter EUR 350 Millionen reduziert werden. Am Standort Wien rechnete man mit einem Passagierplus zwischen 0% und +2% im Jahr 2017. Bereits im Februar konnte der Flughafen in Wien jedoch ein deutlich höheres Wachstum erzielen: Das Passagieraufkommen in Wien stieg um starke 3% auf 1.4 Millionen. Hinzu kommt, ähnlich wie beim Flughafen Zürich, dass die Gruppe ihr Geschäft auch längst auf den Immobiliensektor ausgeweitet hat – dies verspricht stabile Erträge. Vor allem als Bürostandort ist der Flughafen gefragt. Die Bürogebäude Office Park 1, 2 und 3 sowie das Objekt 645 mit einer Gesamtfläche von rund 90.000 m² sind weitgehend ausgelastet. Bis zum Jahr 2020 sollen EUR 50 Millionen in den Office Park 4 mit einer Fläche von mehr als 20.000 m² investiert werden. Zudem wird aufgrund der hohen Anfrage an Frachtflächen das Air Cargo Center bis Ende des Jahres um rund 15.000 m² erweitert. Insgesamt EUR 1.6 Milliarden will der Flughafen bis 2025 in den Ausbau investieren. Dass Anfang März der Ausbau der dritten Startbahn durch einen Gerichtsbeschluss gebodigt wurde, ist zwar negativ. Doch zeichnet sich ab, dass vor allem auch die Wiener Politik nach einer Lösung sucht, um den Wirtschaftsstandort noch attraktiver zu machen. Wir gehen davon aus, dass das Thema einer dritten Piste noch nicht zu den Akten gelegt ist.
Konklusion:
Wir gehen davon aus, dass die Konsenserwartungen in den kommenden Monaten nach oben korrigiert werden und der Aktie weiter Rückenwind geben. Investoren sollten jetzt zugreifen!