Wisekey macht vor, wie man es nicht machen sollte
Der Börsengang des Vakuum-Ventilherstellers VAT steht unmittelbar bevor. Wir hatten in Ausgabe 11/2016 auf die guten Aussichten und den bevorstehenden Gang an die Schweizer Börse bereits berichtet. Nun stehen die Rahmenbedingungen fest: Am 14. April werden insgesamt 14 Millionen VAT-Papiere (inklusive Greenshoe) über die Schweizer Börse zum Kauf angeboten. Dies entspricht gut 46% der gesamten Titel. Die Preisspanne wurde auf CHF 39 bis CHF 46 festgelegt, woraus sich ein Emissionsvolumen von CHF 538 Millionen bis CHF 635 Millionen errechnet. Die Marktkapitalisierung betrage demnach zwischen CHF 1.17 Milliarden bis CHF 1.38 Milliarden.
Das 1965 gegründete Unternehmen hat nach eigenen Angaben noch nie einen Verlust ausgewiesen. 2015 erzielte VAT eine bereinigte Ebitda-Marge von 30.8%. Der Umsatz stieg um 13% auf CHF 411 Millionen. Die operativen Schwerpunkte des Unternehmens liegen in den USA und Asien, wo VAT gut 80% des Umsatzes generiert.. Das bereinigte Ebitda stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 22% auf CHF 127 Millionen. Für das kommende Geschäftsjahr hat die Unternehmensführung bereits eine Dividendenausschüttung von CHF 65 Millionen in Aussicht gestellt.
Aus unserer Sicht ist VAT eine sehr spannende Anlagemöglichkeit. Investoren, welche die Möglichkeit haben, sollten am IPO partizipieren. Angesichts der insgesamt ansprechenden Geschäftsaussichten rechnen wir mit einer regen Nachfrage und steigenden Notierungen in den kommenden Monaten.
Wie ein IPO nicht abgewickelt werden sollte, zeigte vor wenigen Tagen die Schweizer Cybersecurity-Firma Wisekey. Seit der Erstnotiz an der Schweizer Börse vor gut einer Woche hat der Titel massiv an Wert verloren. Und Besserung ist nicht in Sicht. Die Entwicklung verwundert jedoch nicht. Der eigentliche Wertpapierprospekt wurde erst im Verlauf des ersten Handelstages veröffentlicht. Jeder der sich im Vorfeld eine der Aktien sicherte, kaufte also die sprichwörtliche Katze im Sack. Was dann zutage trat, war alles andere als ermutigend. Das Unternehmen, welches sich auf Sicherheitszertifikate für Uhren und andere Wertgegenstände spezialisiert hat, steckt tief in der Krise. 2014 sank der Umsatz für die A-Aktien der Firma Wisekey SA laut Wertpapierprospekt gegenüber dem Vorjahr um fast 40% auf USD 3.4 Millionen. Unter dem Strich entstand 2014 ein Minus von mehr als USD 32 Millionen Dollar. Auch die Zahlen für das erste Halbjahr 2015 bereiten wenig Freude: Der Umsatz sank um mehr als 6%, der Betriebsverlust war in den ersten sechs Monaten auf mehr als fünf Millionen Dollar angewachsen. Schlimmer noch ist, dass der Umsatz zu gut 90% mit nur einem Kunden erwirtschaftet wurde, nämlich dem Uhrenhersteller Hublot. Finger weg!
Konklusion:
VAT ist aus unserer Sicht ein sehr interessanter Börsen-Aspirant, den sich Anleger ins Depot legen sollten. Finger weg heisst es bei Wisekey. Die Firma steckt in der Krise und ist sehr intransparent.