
Wir hatten die Aktie der Kioskbetreiberin vor ziemlich genau einem Jahr zum Kauf empfohlen. Bisher enttäuschte die Entwicklung der Aktie jedoch. Denn im Zuge der allgemeinen Korrektur in der zweiten Jahreshälfte 2018 verlor auch Valora kräftig an Wert. Zeitweise drohte die Aktie sogar unter die Marke von CHF 200 zu sinken. Mittlerweile zeigt sich das Papier zwar erholt, notiert mit CHF 264 aber immer noch weit unter unserem ursprünglichen Empfehlungsniveau von CHF 329 – dies entspricht einem Abschlag von gut 20%. Fakt ist, dass sich das klassische Kioskgeschäft grundlegend ändert. Das Pressegeschäft ist rückläufig und verliert weiter an Bedeutung, die klassischen Kioskartikel Tabak und Glücksspiele auch. Dafür gewinnen die Geschäfte mit frischen Esswaren und Getränken an Bedeutung – zumal der Convenience Bereich deutlich bessere Margen abwirft als das klassische Kioskgeschäft. Dass Valora bei der Vergabe von SBB-Flächen sehr gut abschnitt, sorgte zwar kurzfristig für einen Kursschub in der ersten Jahreshälfte. Nun kommen jedoch Fragen auf, inwieweit sich höhere Miet- und Umbaukosten auf den SBB-Flächen auf die operative Entwicklung auswirken. Valora geht zumindest davon aus, dass sich die anstehenden Investitionen erst nach 2021 in höheren Umsätzen und Erträgen niederschlagen dürften. Im Segment Retail Schweiz rechnet Valora für 2021 mit CHF 15 Millionen weniger Ebit (2018: CHF 54 Millionen). Dass wir die Aktie dennoch zum Kauf empfehlen, hängt damit zusammen, dass wir Valora als einen sehr attraktiven Übernahmekandidaten bewerten.
Konklusion:
Ein im Vergleich zu anderen Detaillisten noch immer ansprechendes Wachstum und die attraktiven SBB-Standorte sind Assets, die Käufer auf den Plan rufen könnten.