
Die amerikanische Notenbank Fed hat an ihrer letzten tournusmässigen Offenmarktsitzung im Jahr 2020 keine neuen Impulse an den Märkten generiert. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses bestätigten die bisherige Gangart des Fed, womit die Zinsen auf absehbare Zeit tief bleiben und die Wirtschaft mit verschiedenen Programmen gestützt wird. Neue geldpolitische Impulse wurden jedoch keine beschlossen, auch wenn Fed-Chef Jerome Powell beteuerte, weiter Gewehr bei Fuss zu stehen. Zentral für den weiteren Kurs des Fed bleibe aber weiter die Entwicklung der Pandemie in den USA. Gegenwärtig schätzt das Fed die Gesamtlage trotz der dritten Pandemiewelle in den USA einen Ticken optimistischer ein. Zwar schwächte sich das Wachstum nach der sehr starken Erholung in den Sommermonaten etwas ab. Das Fed interpretiert dies u.E. jedoch als temporären Rückschlag. Die Erwartungen für das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr hat das Fed leicht erhöht: Für 2021 rechnet die Zentralbank mit einem Wachstum von 4.2% und mit einer Arbeitslosigkeit von 5% zum Jahresende. Ein Wechsel in der Geldpolitik ist derzeit nicht absehbar. Auch mit niedrigen Zinsen und den milliardenschweren Assetkäufen sei es schwierig, die Inflation zu erhöhen, so Powell. „Wir werden nicht im voraus Zinsen erhöhen, bevor wir nicht einen klaren Trend sehen“, so der Notenbankchef. Dies gelte auch für Anleihenkäufe. „Erst wenn wir uns auf dem Weg sehen, unser Ziel zu erreichen, können wir graduell die Käufe reduzieren.“ Einmal mehr nahm der Fed-Chef aber die Politik in die Pflicht. Die Notenbank könne die Wirtschaft nicht allein retten. Es sei nicht ausreichend, Kredite zu ermöglichen, welche die Menschen im Nachgang nicht zurückzahlen könnten. Es sei daher entscheidend, dass sich Republikaner und Demokraten auf ein neues Hilfspaket einigten. Ein Appell, der fruchtete. Es war vielleicht eine der langweiligsten Offenmarktsitzungen seit langem. Aber das Fed geht u.E. in die richtige Richtung. Die Notenbank nimmt sich selbst aus der Gleichung, um das politische Washington in die Pflicht zu nehmen. Denn nur die Fiskalpolitik kann eine Brücke bauen, um auf die andere Seite zu gelangen.
Konklusion:
Das Fed zieht sich von ihrer zentralen Stellung in der Pandemiebekämpfung zurück. Und das ist richtig so. Die Politik in Washington muss endlich handeln.