+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

US-Berichtssaison läuft an

Der Auftakt in die Berichtssaison in den USA ist geglückt. JP Morgan mussten wegen der US-Steuerreform zwar milliardenschwere Wertberichtigungen vornehmen. Ohne diesen Einmaleffekt hinterliessen die Banken jedoch einen robusten Eindruck und die Zuversicht, dass die Steuerreform die Geschäfte im laufenden Jahr begünstigen werde und die Branche vor einer Deregulierungswelle stehe, überwogen auf Seiten der Investoren. In den kommenden zweieinhalb Wochen wird die Berichtssaison nun kräftig Fahrt aufnehmen. Bis Anfang Februar werden etwa drei Viertel aller im S&P500 notierten Unternehmen ihr Zahlenwerk für das Schlussquartal 2017 vorlegen. Analysten rechnen im Vergleich zum Vorjahr mit einem Gewinnzuwachs von 8.4% bis 10.5%, was deutlich über den Erwartungen der Sommermonate liegt (6.7%). Heruntergebrochen auf den Gewinn pro Aktie ergibt sich ein Wert von USD 34.90 pro Aktie. Die starke Konjunktur verbunden mit dem schwachen US-Dollar – der Greenback verlor gegenüber dem Euro im vierten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode gut 15% an Wert – dürften dafür sorgen, dass alle elf Segmente des S&P500 steigende Umsatz- und Gewinnzahlen ausweisen. Den grössten Sprung nach oben dürften die Unternehmen aus der Ölbranche gemacht haben. Der stark gestiegene Ölpreis dürfte für ein regelrechtes Feuerwerk sorgen. Im Schnitt rechnen Analysten mit einer Umsatz- und Gewinnausweitung von 23.5% bzw. 168% im Vergleich zum vierten Quartal 2016. In den Aktienkursen spiegelt sich dieser Aufwärtstrend aus unserer Sicht nur unvollständig wider, was kurz- bis mittelfristige Kursavancen bei ExxonMobil, Chevron und Co. wahrscheinlich macht. Auch wenn der jüngste Ölpreisanstieg unserer Ansicht nach nur temporär Bestand haben dürfte (siehe Seite 25), sind die Gesamtaussichten für die Branche ansprechend. Vor allem die Nachfrage dürfte sich aufgrund des globalen Konjunkturaufschwungs im laufenden Jahr sehr robust entwickeln. Im Fokus steht zudem der Technologiesektor, für den die Kapitalmarktbeobachter mit einem durchschnittlichen Umsatzanstieg von 8.4% rechnen. Die Gewinne sollten um starke 13.5% ausgeweitet werden. Bis heute haben bereits 18 Techunternehmen ihre Erwartungen für das vierte Quartal angehoben, deutlich mehr als in den Vorjahren. Allerdings steht die Chipindustrie derzeit unter besonderer Beobachtung. Denn die Sorgen, dass der Investitionszyklus den Zenit überschritten hat, belastet gegenwärtig die Aktienkurse. Die Ausblicke werden entscheidend sein. Am unteren Ende der Erwartungen stehen gleich drei Sektoren, denen Analysten derzeit deutlich weniger Schlagkraft zugestehen. Der Telekom-Sektor, die Airlines sowie die Chemiebranche dürften vergleichsweise schwache Quartalszahlen ausweisen.
Konklusion:
Wir halten an unserer Präferenz für Finanz- und Technologiewerte weiter fest. Wir rechnen mit starken Quartalszahlen und ansprechenden Ausblicken zum neuen Geschäftsjahr.