Ein deutlich schnelleres Wirtschaftswachstum in den USA ist eine der Grundvoraussetzungen für die Pläne des US-Präsidenten Donald Trump. Jährlich 3% müssten es in den nächsten Jahren wohl schon sein, damit der Präsident seine ehrgeizigen Ziele auch erreichen kann. Sein zuletzt eingebrachter Haushaltsentwurf basiert auf dieser positiven Grundeinschätzung der amerikanischen Wirtschaftskraft bzw. dessen Wachstumsvermögens. Zur Verdeutlichung: Brutto will Trump die staatlichen Ausgaben über die kommenden zehn Jahre um USD 4‘300 Milliarden senken. Davon sollen sich allein USD 2‘000 Milliarden aus einem schnelleren Wirtschaftswachstum ergeben. Diese Haushaltsplanung ermöglicht es Trump, an seinem ehrbaren Ziel, das Budget binnen zehn Jahren auszugleichen und eine schwarze Null zu schreiben, festzuhalten. Doch wie realistisch ist die Grundannahme eines jährlichen Wirtschaftswachstums von 3%, die für diese Rechnung unabdingbar ist? Zahlreiche Ökonomen halten es für ziemlich unrealistisch. Das Congressional Budget Office, ein parteiunabhängiges Gremium, sieht für die USA beispielsweise ein langfristiges Wachstumspotenzial von 1.9%. Auch gemäss amerikanischen Unternehmen ist die Sichtweise des Präsidenten wenig realistisch. Die Blue Chip Survey unter den Spitzenökonomen in amerikanischen Unternehmen ergab, dass sie lediglich mit einem langfristigen Wirtschaftswachstum von 2% rechnen. Jason Furman, Ökonom und Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, wollte es genauer wissen. Er kommt zu dem Schluss: „Tatsächlich ist der Optimismus in der Vorhersage der Trump-Regierung verglichen mit der Blue Chip Survey grösser als der jeder anderen Administration mindestens seit dem Jahr 1984.“ Eine derart grosse Abweichung zwischen den Prognosen des Weissen Hausses und den Ökonomen hat es in keinem der letzten 24 Haushaltsentwürfen unter Barack Obama, George W. Bush oder Bill Clinton gegeben. Darüber hinaus hat er eine eigene Analyse angestellt, wie die amerikanische Wirtschaft jedes Jahr um 3% wachsen könne. Er hat dafür 10 Millionen Simulationen durchgeführt, um eine mögliche Bandbreite für die Wachstumsrate zu ermitteln. Dafür hat er Faktoren wie historische Produktivitätszuwächse, geleistete Arbeitsstunden pro Arbeitnehmer und die Erwerbsbeteiligung vielfältig miteinander kombiniert. Im Schnitt hat er eine Wachstumsrate von 1.8% für die US-Wirtschaft ermittelt. Rund 90% seiner Ergebnisse liegen in einem Bereich zwischen 0.7% bis 3% Wachstum, womit Trumps Prognosen zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen erscheinen.
Konklusion:
US-Präsident Donald Trump will mit seinem Haushaltsetat auf lange Sicht eine schwarze Null erreichen. Ambitioniert, aber nicht ausgeschlossen.