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Jahr 2022

United Continental

Eigentlich täuscht der Eindruck eines schwachen Quartals bei der amerikanischen Airline. Dass die Zahlen nach der Hurrikansaison und durch die wachsende Konkurrenz mit Billig-Airlines nicht berauschend sein würden, war erwartet. Was United ablieferte war sogar einen Tick besser als erwartet. Die Erlöse sanken im dritten Quartal 2017 nur marginal um 0.4% auf USD 9.88 Milliarden, womit United das obere Ende der Erwartungen erreichen konnte. Beim Gewinn musste die Airline zwar ein Minus von einem Drittel auf USD 637 Millionen verkraften. Pro Aktie lag der Gewinn mit USD 2.22 aber deutlich über der Konsensschätzung von USD 2.14. Trotz der eigentlich guten Zahlen reagierten die Investoren mit geradezu einer panikartigen Verkaufswelle – der Titel verlor am Tag nach Bekanntgabe der Zahlen rund 12%. Es war der grösste Kurssturz seit rund acht Jahren.
CEO Oscar Munoz überzeugt nicht
Der Grund für den heftigen Kursausschlag nach unten orten wir vor allem auf die wenig aussagekräftigen Ausführungen von CEO Munoz in der Q&A-Session nach der Zahlenvorlage. Auf Fragen, wie der Konzern dem selbst initiierten Ticketpreiskampf in den USA begegnen wolle, lieferte der CEO schwammige Antworten. United hatte aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs durch Billig-Airlines in den USA stark an den Ticketpreisen gerüttelt. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern eine Gewinnmarge vor Steuern von nur noch 3% bis 5% – vor einem Jahr stand an gleicher Stelle noch ein Wert von gut 10%. Die Zahlen, so ein Analyst, seien relativ nichtssagend und wie United Continental die Profitabilität wieder steigern will, bleibe nach der Fragerunde ein grosses Geheimnis. Zugleich zeigen die Zahlen im Vergleich zu Wettbewerbern, dass United deutlich stärker unter den Veränderungen auf dem amerikanischen Flugmarkt leidet. Vor allem die Lücke bei der Margen-Entwicklung vergrössert sich im Vergleich zu den Peers. Bei Delta Air Lines liegt diese Gewinnmarge vor Steuern fast 7 Prozentpunkte höher. Es sei schwer abzuschätzen, ob und wie die eingeleiteten Massnahmen wirkten, zumal der Gegenwind nicht weniger werden dürfte, bemängelte ein Marktbeobachter. Etwas mehr Transparenz wäre diesbezüglich wünschenswert. Erste Analysten haben ihre Gewinnprognosen für das vierte Quartal bereits deutlich nach unten angepasst. So senkte beispielsweise die Macquerie Group die Gewinnprognose von USD 1.11 pro Aktie auf USD 0.83 pro Anteilsschein. Weitere Analysten dürften folgen. Aus unserer Sicht dürfte das Papier aufgrund der schwachen Visibilität eine schwierige Phase vor sich haben.
Konklusion:
Die vagen Aussagen der Konzernführung, wie man die Profitabilität wieder steigern will, lässt Investoren im Ungewissen. Wir rechnen nicht mit einer schnellen Erholung.