
Nach dem abgeschmetterten Verfassungsreferendum kommt endlich Bewegung in die italienische Bankenlandschaft. Die Unicedit verkauft, um die arg dünne Kapitaldecke aufzustocken, ihr Tafelsilber. Für rund EUR 4 Milliarden kauft Amundi die Unicredit-Vermögensverwaltungstochter Pioneer. Bereits zuvor hatten sich die Italiener für EUR 2.4 Milliarden von 32.8% an der polnischen Bank Pekao getrennt. Für weitere rund EUR 142 Millionen trennte sich Unicredit zudem von Beteiligungen an drei polnischen Vermögensverwaltern. Alle Massnahmen dienen dazu, die dünne Kapitaldecke aufzustocken. Gemäss unseren Berechnungen dürfte der Verkauf in Polen die harte Kernkapitalquote um gut 0.5 bis 0.55 Prozentpunkte erhöhen; in der gleichen Grössenordnung dürfte der Pioineer-Verkauf zu Buche schlagen. Ein Befreiungsschlag ist unseres Erachtens die angekündigte Kapitalerhöhung von EUR 13 Milliarden. Diese – sowie die zuvor angekündigten Verkäufe – dürften fürs Erste die Zweifel an der Kapitalausstattung der grössten italienischen Bank ausräumen. Damit sollte auch die Tür für weitere Kursgewinne an der Börse geöffnet sein. Ein Investment in die italienische Grossbank ist zwar sehr riskant, doch es verspricht zugleich auch hohe Kursgewinne. Sollten die Massnahmen die gewünschte Wirkung erzielen, erscheint uns ein Kurspotenzial von 40% bis 50% in den nächsten zwölf Monaten als realistisch. Den Stop-Loss sollten Anleger gut 15% unter dem Einstiegsniveau taxieren.
Konklusion:
Wir haben die Aktie der Unicredit in der zurückliegenden Woche ins Depot aufgenommen. Unser mittelfristiges Kursziel liegt bei gut EUR 3.50!