
Anfang/Mitte Februar schockt der Reiseveranstalter die Börse mit enttäuschenden Quartalszahlen und einer Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr 2018/19. Die Aktie brach regelrecht in sich zusammen. Das Papier sackte binnen weniger Handelstage von EUR 14 auf unter EUR 10 ab. Eine Gegenreaktion, die üblicherweise auf solche scharfen Kursrücksetzer folgt, blieb komplett aus. Im Gegenteil sogar: Zuletzt gab der Aktienkurs erneut nach und hielt sich nur knapp um die Marke von EUR 9.00. Selbst üppige Insiderkäufe von TUI-Managern konnten in den vergangenen Wochen keine Entspannung einleiten. Wer die Aktie im Mai 2018 zu Höchstständen bei über EUR 20 kaufte, sitzt mittlerweile auf Kursverlusten von 55%.
Und die Aussichten sind trübe – zumindest aus Unternehmenssicht. Zwar bleiben Reisen und Tourismus Wachstumsmärkte. Aber sie akzeptieren keine Preiserhöhungen und viel wichtiger, die Touristen verlangen zunehmend individuelle Reisegestaltungen – der Boom von Airbnb ist nicht von der Hand zu weisen. TUI treibt die Transformation des Konzerns zum digitalen Plattform-Unternehmen voran. Mit
Investitionen in Hotels und Schiffe, IT- und Digital-Strategie und dem Zukauf der italienischen Digital-Plattform Musement sind für 2019 die Weichen gestellt. Aber der Umbau braucht seine Zeit und noch mehr Flexibilität.
Konklusion:
Neben den eher trüben operativen Aussichten macht uns zunehmend auch das Chartbild sorgen. Zuletzt rutschte die Aktie unter die Marke von EUR 9.07 – es drohen weitere herbe Verluste.