
„Ein Koloss auf tönernen Füssen“, so betitelte jüngst Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment den deutschen Stahlriesen – zu Recht. Denn zwar hat CEO Heinrich Hiesinger in den vergangenen sechs Jahren seiner Amtszeit den Konzern aus einer existenzbedrohenden Schieflage manövriert. Nun aber lahmt die Weiterentwicklung. Vor allem der Zusammenschluss der Stahlsparte mit Tata Steel, was im Frühsommer zu einer starken Kursreaktion geführt hatte, scheint derzeit auf Eis zu liegen. Einerseits vollzieht sich bei dem indischen Konzern eine lähmende Schlammschlacht um die Konzernführung. Andererseits haben sich nach dem Brexit-Votum der Briten die Vorzeichen grundlegend geändert. Wir gehen jedoch davon aus, dass bald wieder Bewegung in den Koloss kommt und der Druck in Richtung Neuausrichtung des Unternehmens hin zur Technologie wieder steigt. Der aktivistische Investor «Cevian» hat jüngst seinen Anteil an ThyssenKrupp auf knapp unter 20% erhöht und dürfte in den kommenden Monaten verstärkt versuchen, Einfluss auf die Managementebene zu nehmen.
Konklusion:
Spekulative Anleger greifen auf dem aktuellen Kursniveau zu und setzen darauf, dass «Cevian» den Druck auf das Management hin zu einer strategischen Neuausrichtung deutlich erhöht.