
Was vergangene Woche noch Spekulation war, ist mittlerweile Gewissheit: Die indische Tata Steel und der deutsche Stahlkocher ThyssenKrupp befinden sich Gesprächen, um das europäische Stahlgeschäft zusammenzulegen. Beide Seiten bestätigten die Gespräche. Nach uns vorliegenden Informationen befinden sich die Gespräche zwar noch in einem frühen Stadium, aber vor allem mit Blick auf die wettbewerbsfähigen Werke in Deutschland und den Niederlanden sind sich beide Unternehmen en gros bereits einig. Damit würde ThyssenKrupp die Konzentration auf das höhermargige Investitionsgütergeschäft nochmals forcieren. Die Aktie stieg nach Bekanntgabe der Gespräche deutlich. Allerdings warnen wir davor, den Deal als Fakt anzusehen. Denn nach wie vor ist fraglich, was mit den nicht-wettbewerbsfähigen britischen Stahlwerken von Tata passieren soll. Nach dem Brexit-Votum ist fraglich, ob sich eine neue Regierung an die Zusagen von noch-Premier David Cameron gebunden sieht. Dieser hatte Tata zugesichert, dass die britische Regierung Tata bei der Suche nach einem Verkäufer der Werke helfen werde.
Konklusion:
Grundsätzlich wäre eine Zusammenarbeit zwischen Tata und ThyssenKrupp in Europa sehr positiv zu werten. Allerdings könnte der Deal noch platzen.